Warten auf den Winter Herr, lass es schneien!

Arbeitslos: Schneekanonen auf der grünen Kandahar-Abfahrt bei Garmisch-Partenkirchen Anfang Dezember.

(Foto: dpa)
  • Der Saisonstart in den bayerischen Skigebieten verschiebt sich wegen Schneemangels nach hinten. Nur auf der Zugspitze ist ein Schlepplift geöffnet.
  • Auch die konstant hohen Temperaturen bereiten den Liftbetreibern Kopfschmerzen. Sie lassen den Einsatz von Schneekanonen bisher kaum zu.
Von Heiner Effern

Wegen akuten Schneemangels müssen die meisten bayerischen Skigebiete ihren Saisonstart zumindest bis auf das Wochenende vor Weihnachten verschieben. Einzig auf der Zugspitze sind seit dem vergangenen Wochenende ein Schlepplift und eine Abfahrt geöffnet. Dabei wird es auf Deutschlands höchstem Berg vorerst aber auch bleiben.

Für die Freigabe weiterer Pisten fehlt noch mindestens ein halber Meter Schnee. Im Garmisch-Partenkirchner Classic-Skigebiet wartet die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) ebenfalls noch auf die nötige Unterlage. Spätestens am 21. Dezember soll es dort losgehen. "Wenn wir schon vorher ausreichend Schnee haben, sind wir aber flexibel. Wir stehen dann sofort in den Startlöchern", sagte eine Sprecherin.

Angespanntes Warten und der ständige Blick auf Temperaturen und Niederschlagsmengen prägen derzeit auch die Tage von Jörn Homburg, Marketingchef der Bergbahnen in Oberstdorf. Eigentlich sollte am vergangenen Wochenende der Skibetrieb am Nebelhorn, am Fellhorn und an der Kanzelwand sowie am Söllereck starten, doch das Wetter lässt kaum verlässliche Prognosen zu. "Wir werden fahren, wissen aber nicht, ob nur für Wanderer oder auch für Skifahrer", sagt Homburg. Sollte noch genug Schnee vom Himmel oder aus Maschinen fallen, könnten aber nur an der Kanzelwand und am Fellhorn die Pisten rechtzeitig präpariert werden.

Mehr als ein bisschen Zucker kommt von oben nicht

Die Hoffnungen auf ergiebige Schneefälle erfüllten sich nirgends. Ein paar Naturflocken fielen und werden es auch bis Donnerstag weiter tun, doch mehr als ein bisschen Zucker auf die grün-weißen Pisten kommt von oben nicht. Das zweite Problem der Liftbetreiber sind die konstant hohen Temperaturen, die den Einsatz von Schneekanonen bisher kaum zulassen. Die Maschinen brauchen in der Regel Temperaturen um die zwei Grad unter null oder darunter.

Grün statt weiß: Die Liftbetreiber wie hier in Garmisch-Partenkirchen warten auf Schnee und Kälte, um die Saison starten zu können.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Die Skigebiete im bayerischen Oberland peilen deshalb ebenfalls den 19. oder 20. Dezember für ihre Eröffnungen an. "Es reicht noch nicht ganz für dieses Wochenende", sagte eine Sprecherin der Gebiete auf dem Sudelfeld, am Spitzing und am Brauneck. Vereinzelt seien zwar wenigstens die Nächte kalt genug gewesen für eine künstliche Beschneiung, doch eine vernünftige Präparation der Abfahrten sei bisher nicht möglich gewesen.

Das gilt auch für das Sudelfeld, die neue Kunstschneeanlage samt Speichersee kam bisher noch nicht voll zum Einsatz. Dieses Bild zeigt sich am gesamten Alpenrand, von der Winklmoosalm bis nach Balderschwang und auch in den bayerischen Mittelgebirgen, etwa am Arber im Bayerischen Wald oder am Ochsenkopf im Fichtelgebirge.

Die Grünen im Landtag nutzten den geplatzten Saisonstart, um nochmals ihre Kritik an der künstlichen Beschneiung auf dem Sudelfeld und generell im Freistaat anzubringen. "An dieser Form der Umwelt-Zockerei darf sich Bayern nicht beteiligen", sagte Fraktionschef Ludwig Hartmann. Die Skigebiete würden viel Geld in eine Schneegarantie investieren, die sie schließlich aufgrund des Klimawandels doch nicht bieten könnten. Das trifft in diesen Tagen allerdings auch auf große und hoch gelegene Skiregionen in Österreich oder Frankreich zu.