bedeckt München 23°

Wanderführer "Gerettete Landschaften":Wo Bäume gegen Beton siegten

Eine Straße, die ins Nichts führt. Ein Stausee, der zwar einen Namen hat, aber bis heute nicht existiert. Ein Wanderführer erzählt Geschichten vom Sieg des Naturschutzes gegen Autobahnen, Yachthäfen oder Gewerbegebiete. Routen durch die Natur, die es eigentlich nicht mehr geben dürfte.

Von Benedikt Laubert

9 Bilder

-

Quelle: EBE

1 / 9

Eine Straße, die ins Nichts führt, ein Stausee, der zwar einen Namen hat, aber bis heute nicht existiert: Ein Wanderführer erzählt Geschichten vom Sieg des Naturschutzes gegen Autobahnen, Jachthäfen oder Gewerbegebiete. Routen durch die Natur, die es eigentlich nicht mehr geben dürfte.

Ein ständiger Kampf: Die einen wollen bauen, die anderen die Natur erhalten. Ein Wanderführer stellt nun 40 Orte vor, an denen eigentlich Natur verschwinden sollte, wo sie aber schlussendlich doch nicht dem Menschen weichen musste.

Dass das nicht immer so ist, zeigt eindrucksvoll dieses Bild: Derzeit wird an der A 94 gebaut, die durch das Isental führen soll. (Hier ein Bild vom Beginn der Bauarbeiten.) Die Proteste gegen die Autobahn waren ausdauernd, genutzt haben sie nicht. Dass Engagement für die Natur aber nicht immer umsonst ist, zeigen folgende Beispiele. Ab jetzt also nur noch Natur, die entgegen aller Vorhersagen erhalten geblieben ist. Versprochen.

Gerettete Landschaften

Quelle: W. Berner/U. Rohm-Berner

2 / 9

Außer dem Rauschen des Wassers dürfte bei der Isar am Georgstein (im Bild) kaum etwas zu hören sein. Anders wäre es gekommen, wäre hier, bei Straßlach, eine Autobahn gebaut worden. Um das zu verhindern, hat der Bund Naturschutz in der Nähe ein Grundstück gekauft. Er wollte notfalls als betroffener Eigentümer gegen den Bau der Autobahn klagen. Das Stück Land besitzt der Verein noch, aber die Autobahn wurde nie gebaut.

Gerettete Landschaften

Quelle: W. Berner/U. Rohm-Berner

3 / 9

Der Wanderfüher zeigt dem Leser auch sehenswerte Strecken in Österreich. Nördlich von Salzburg hat das dortige Wasserwirtschaftsamt ein Teil der Salzach renaturiert. Da alle menschengemachten Einfassungen des Flusses entfernt wurden, kann sich das Wasser wieder seinen eigenen, schlangenförmigen Weg zu bahnen. Die vorgeschlagene Tour geht "über Stock und Stein" entlang der Salzach.

-

Quelle: STA

4 / 9

Ein Schilfgürtel säumt schon seit mehreren Jahrzehnten einen Teil des südlichen Ammersees. Fast wäre es anders gekommen: Vor gut 40 Jahren sollte hier ein Jachhafen entstehen. Doch der Bund Naturschutz sammelte Unterschriften gegen das Projekt und dem grünen Fleck kam auch die Gebietsreform von 1972 zugute: Im Zuge dieser Umstrukturierung ging die Gemeinde Fischen, die den Hafen plante, im Städtchen Pähl auf. Der neue Bürgermeister verfolgte das Projekt angesichts der Proteste nicht weiter und so gibt es hier heute noch Vögel statt Segel zu beobachten.

Gerettete Landschaften

Quelle: W. Berner/U. Rohm-Berner

5 / 9

Eine der Wanderrouten führt gleich zu mehreren grünen Flecken, die nicht Ziegel und Beton weichen mussten. In Lindau am Bodensee geht es an einem Eichenwald vorbei, der vielleicht einmal einem Schwimmbad weichen muss und an einem ehemaligen Binnenhafen, der nach Auslaufen der Pachtverträge mit den Fischern zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.

Gerettete Landschaften

Quelle: W. Berner/U. Rohm-Berner

6 / 9

Sie hätte auch bebaut werden können, doch die ehemalige innderdeutsche Grenze ist zum "Grünen Band", einem langen, schmalen Naturschutzgebiet geworden. Auch die renaturierte Flöritz fließt durch den grünen Streifen und dient als schönes Ausflugsziel.

Gerettete Landschaften

Quelle: W. Berner/U. Rohm-Berner

7 / 9

Je sauberer die idyllischen Kammerweiher, desto sauberer Nürnberg. Weil die ganze Stadt ihr Leitungswasser aus diesem Wasserschutzgebiet bezieht, verpachtete Nürnbergs Wasserversorger die Grundstücke an den Bund Naturschutz zur Pflege.

Gerettete Landschaften

Quelle: W. Berner/U. Rohm-Berner

8 / 9

Genau an der Stelle, wo diese Brücke steht, sollte einmal eine Staumauer entstehen. In einer vierstündigen Wanderung lassen sich der nie entstandene Gumpen-See durchqueren, eine Burg besichtigen und große Kiefernwälder begehen.

Gerettete Landschaften

Quelle: W. Berner/U. Rohm-Berner

9 / 9

Eine Straße Endet im Nirgendwo: Fast wäre die Hammerbacherstraße bei Erlangen durch ein Waldgebiet gebaut worden, das Naturschützer vehement verteidigten und verteidigen (siehe Bild). Heute gehört es zum Naturschutzgebiet Brucker Lache und darf nicht bebaut werden. 

Der Wanderführer "Gerettete Landschaften - 40 Wanderungen zu bayrischen Naturschutzerfolgen" von Winfried Berner und Ulrike Rohm-Berner erscheint im Bergverlag Rother und ist in Deutschland für 14,90 Euro, in Österreich für 15,40 Euro zu erwerben.

© Bergverlag Rother
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB