Walter Mixa: Neue Mission im Netz Wenig Begeisterung bei den Bistümern Augsburg und Eichstätt

Wie der ehemalige Augsburger Bischof diese "Neuevangelisierung" genau angehen möchte, darüber ist recht wenig zu erfahren. Sein Büro verweist auf den Start des Projekts am Ostermontag. Zuvor wolle Mixa die Pläne nicht konkretisieren. "Eine Art Schulterblick im Vorfeld ist aktuell nicht vorgesehen", sagte ein Sprecher zu sueddeutsche.de.

Besondere Aktionen außerhalb der virtuellen Welt seien ohnehin nicht geplant. Mixa werde - wie bisher auch - "im Rahmen von Vorträgen und Seminaren tätig sein", schreibt sein Büro. Exerzitien und Einkehrtage gehören ebenfalls bereits heute zu seiner aktuellen Tätigkeit". Kooperationsparner für seine Pläne habe der ehemalige Bischof von Augsburg "derzeit" nicht. Das Team arbeite ehrenamtlich - "dennoch anfallende Kosten bezahlt Bischof Mixa privat".

Wortkarg gibt sich auch die katholische Kirche. "Herr Mixa ist frei, zu tun und lassen, was er für richtig hält", sagt ein Sprecher des Bistums Eichstätts zu sueddeutsche.de. "Es steht uns nicht zu, diese Pläne zu kommentieren." Nur so viel: Das Bistum sei in die Pläne nicht involviert. Auch das Bistum Augsburg will sich nicht in Verbindung mit dem Vorhaben seines ehemaligen Oberhirten in Verbindung bringen lassen. "Dazu sagen wir nichts", so ein Sprecher.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) reagiert auf Mixas Aussagen wenig begeistert: Sie stellt sofort klar, dass Mixa keinerlei Auftrag für seine neuerliche Offensive habe. "Das ist eine Privatsache des Bischofs Mixa", sagt Sprecher Matthias Kopp auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung. "Für bischöfliche Beauftragungen ist die DBK zuständig. Einen solchen Auftrag gibt es hier nicht." Das ist für DBK-Verhältnisse eine überdeutliche Distanzierung von Mixa.

Wenig begeistert dürfte die katholische Kirche auch von der Tatsache sein, wie offensiv der 69-Jährige mit seinem Bischofstitel wirbt. Den darf er zwar auch nach seinem Abschied aus Augsburg weiterhin tragen - ein offizielles Kirchenamt bekleidet er jedoch nicht. Mixa ist in eigener Mission unterwegs.

"Der sogenannte Hardliner bin ich ja nie gewesen."

Man wird bei all dem den Gedanken nicht los, dass diese Mission auch der eigenen Rehabilitation dient. Die Menschen sollten das "angebliche Monster Mixa" kennenlernen, so formulierte es der 69-Jährige in dem Donaukurier-Interview. "Der sogenannte Hardliner bin ich ja nie gewesen."

Wie erfolgreich Mixas Menschenfischerei im Internet sein wird, wird sich ab Ostermontag zeigen. Bislang hält sich der Zuspruch auf jeden Fall in Grenzen. Wer auf Facebook nach Walter Mixa sucht, der stößt derzeit auf eine Seite mit dem englischsprachigen Wikipedia-Eintrag. Gerade einmal 35 User haben "Gefällt mir" angeklickt. Bislang.