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Anschläge in Waldkraiburg:Tatverdächtiger nach eigenen Angaben IS-Sympathisant

Nach Brand von türkischem Geschäft in Waldkraiburg

Ein nach einem Brand zerstörtes türkisches Geschäft in Waldkraiburg. Mehrmals kam es dort zuletzt zu Angriffen auf türkische Läden.

(Foto: dpa)

Der 25-Jährige hat als Motiv für Anschläge auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber seinen Hass auf Türken angegeben. Bei seiner Verhaftung hatte er "Explosivstoffe" im Gepäck.

Der nach den Anschlägen auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber im bayerischen Waldkraiburg festgenommene 25-Jährige ist offenbar Sympathisant der IS-Terrormiliz. Der Mann habe als Tatmotiv seinen Hass auf Türken und eine antitürkische Gesinnung angegeben und sei Anhänger des IS, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Georg Freutsmiedl am Sonntag.

Der Mann war am Bahnhof in Mühldorf am Inn festgenommen und wegen "dringenden Tatverdachts" in Untersuchungshaft gebracht worden. Nach Angaben der Polizei hatte der Mann "Explosivstoffe" im Gepäck. Er war bei einer Kontrolle aufgefallen, weil er nicht im Besitz einer Fahrkarte gewesen war, hieß es.

Nach der Festnahme des Mannes hatten Ermittler des Landeskriminalamtes zwei Wohnhäuser in Waldkraiburg und Garching an der Alz durchsucht. "Es gab Hinweise auf gefährliche Gegenstände." Vorsorglich mussten einige Anwohner ihre Häuser zeitweise verlassen.

Sechs Verletzte bei Brandanschlag

Seit Mitte April waren drei Mal Steine in die Fensterscheiben türkischer Läden geflogen, zudem ging ein Gemüseladen in Flammen auf. Eine zuletzt 50-köpfige Sonderkommission unter Leitung der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München ermittelte.

Als erstes waren demnach in der Nacht auf den 17. April die Scheiben eines Friseurladens eingeschlagen worden, dann folgten ähnliche Attacken auf eine Gaststätte und zuletzt in der Nacht auf Mittwoch auf einen Imbiss. Es wurde jeweils eine stinkende Flüssigkeit verteilt - um was es sich dabei handelte, war laut Polizei zunächst unklar. Bei dem Brandanschlag war in der Nacht zum 27. April der Laden eines türkischen Gemüsehändlers ausgebrannt. Sechs Menschen wurden dabei verletzt. Die Polizei hatte einen extremistischen Hintergrund der Taten nicht ausgeschlossen.

© SZ.de/dpa/lfr
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