Waldkraiburg:Mutmaßlicher Attentäter in Psychiatrie untergebracht

Der Bombenleger von Waldkraiburg im Gerichtssaal.

Der Bombenleger von Waldkraiburg im Gerichtssaal.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Das hat das Oberlandesgericht München entschieden. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem schwere Brandstiftung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor.

Der mutmaßliche Attentäter von Waldkraiburg wird in der Psychiatrie untergebracht. Das Oberlandesgericht München fasste nach Angaben eines Sprechers am Freitag einen entsprechenden Beschluss. Das Gericht hatte bereits zu Beginn des Prozesses Anfang März darauf hingewiesen, dass eine mögliche psychische Erkrankung des 26-Jährigen und die Unterbringung in einer Klinik im Raum stehe. Die Unterbringung gelte voraussichtlich bis zur endgültigen Entscheidung des Senats.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann mehrere Anschläge auf türkische Läden im multikulturell geprägten, oberbayerischen Waldkraiburg im vergangenen Jahr vor. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zum Prozessauftakt eingeräumt. Demnach hatte er sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen und einen Hass auf die politische Führung der Türkei entwickelt. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord in 31 Fällen, schwere Brandstiftung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Seine Festnahme am 8. Mai 2020 könnte weitere Taten verhindert haben. Als die Polizei zugriff, hatte er Rohrbomben und kiloweise Sprengstoff dabei, die er vorher lange in seinem Auto in einer Tiefgarage in Garching an der Alz gelagert hatte. Vor Gericht räumt er dann auch ein, noch ganz andere Taten geplant zu haben: Anschläge auf mehrere Moscheen des Islamverbandes Ditib, auf das türkische Generalkonsulat in München und die Ditib-Zentralmoschee in Köln Der Verteidiger hatte zum Prozessauftakt gesagt, sein Mandant sei womöglich psychisch krank. Er gehe nicht von einer Schuldunfähigkeit, aber von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, sagte sein Anwalt Christian Gerber damals. Grund sei "eine psychische Erkrankung".

© SZ.de/dpa/syn, van
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