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Wahlfreiheit zwischen G 8 und G 9:Volksbegehren startet

Sie wollen den Unmut über die Probleme beim Abitur in acht Jahren aufgreifen: Die Freien Wähler haben damit begonnen, für ihr Volksbegehren zur Wahlfreiheit zwischen G 8 und G 9 zu werben. Bis zur Landtagswahl wollen sie die Unterschriften gesammelt haben.

Die Freien Wähler haben am Freitag damit begonnen, landesweit für ihr Volksbegehren zur Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium zu werben. Generalsekretär Michael Piazolo stellte in München das Plakat mit dem Titel "Ja zur Wahlfreiheit zwischen G 9 und G 8 - mehr Zeit zum Lernen" vor.

Bis zur Landtagswahl im September möchte er die für die Zulassung erforderlichen 25.000 Unterschriften in Bayern gesammelt haben. In diesen Tagen würden alle 940 Orts- und Kreisverbände der Freien Wähler Werbematerial und Unterschriftenlisten erhalten. "Jetzt läuft die Kampagne richtig an", erklärte Piazolo.

Am Samstag bei der Landesversammlung der Freien Wähler in Germering wollen die Parteifreien offiziell in den Landtagswahlkampf starten. Mit dem Volksbegehren wollen sie den nach wie vor in der Gesellschaft weit verbreiteten Unmut über die Probleme beim Abitur in acht Jahren aufgreifen. In der Begründung zum Volksbegehren heißt es: "Die vergangenen zehn Jahre haben gezeigt, dass das sogenannte G 8 eklatante Schwächen aufweist. Nicht wenige Eltern und Schüler klagen über eine zu starke Verdichtung der Lerninhalte."

Piazolo erklärte: "Im Fokus steht für uns: Mehr Zeit zum Lernen." Die Schulgemeinschaft solle die Entscheidung darüber treffen, ob ihr Gymnasium den Weg zum Abi in acht oder wie früher in neun Jahren anbietet, womöglich sogar beide, wenn die Schule dafür groß genug ist. Trotz der angestrebten Wahlfreiheit glaubt Piazolo, dass sich das neunjährige Gymnasium langfristig durchsetzen werde, es sei für den größeren Anteil der Schüler die "geeignetere" Schulform auf dem Weg zum Abitur. Die schwarz-gelbe Staatsregierung lehnt eine Rückkehr zum G 9 ab.

Bisher stehen die Freien Wähler mit ihrem Wunsch nach einem Volksbegehren allein. Die SPD fordert zwar ein "Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten", will aber die Landtagswahl zur Abstimmung über die Schulpolitik in Bayern machen. Die Grünen halten am achtjährigen Gymnasium fest und wollen es lieber reformieren als parallel zum G 9 zurückzukehren.

Piazolo hofft dennoch auf Unterstützung: "Wir starten jetzt alleine. Das heißt aber nicht, dass wir bis zum Ende den Weg alleine gehen müssen. Die SPD ist nicht so weit von uns weg, dass sie sich nicht beteiligen könnte." Beim mittlerweile erfolgreichen Volksbegehren zur Abschaffung der Studiengebühren haben SPD und Grüne auch erst spät mitgemacht.