Wahlen - Berlin:CSU-Chef Söder sucht Wege zum Machterhalt in Berlin

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CSU-Parteichef Markus Söder sitzt in einem Wahlstudio des ZDF bei der "Berliner Runde" zur Bundestagswahl. Foto: Sebastian Gollnow/dpa-Pool/dpa (Foto: dpa)

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München (dpa/lby) - Nach dem Absturz der Union bei der Bundestagswahl sucht der CSU-Vorstand heute nach einer Strategie, um zumindest die Regierungsbeteiligung zu retten. Parteichef Markus Söder hatte bereits am Sonntag in Berlin für eine sogenannte Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP geworben. Diese wäre neben einer erneuten Auflage der großen Koalition die einzige Möglichkeit für CDU und CSU, den Gang in die Opposition zu verhindern.

Bei der Bundestagswahl hatte die CSU nach dem vorläufigen Endergebnis das schlechteste Ergebnis seit mehr als 70 Jahren eingefahren. Demnach erreichten die Christsozialen im Freistaat nur noch 31,7 Prozent. Das bedeutet ein Minus von rund sieben Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2017.

Auf Platz zwei kam in Bayern die SPD mit 18,0 Prozent, ein Plus von 2,7 Punkten. Die Grünen erzielten mit 14,1 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis im Freistaat, 4,3 Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren. Die FDP gewann mit 10,5 Prozent leicht hinzu, die AfD verlor 3,4 Punkte und kam auf 9,0 Prozent. Die Freien Wähler erreichten in Bayern 7,5 Prozent, verfehlten aber ein weiteres Mal den Einzug in den Bundestag.

Nach Zahlen des Bundeswahlleiters vom Montagmorgen werden künftig 116 Abgeordnete aus Bayern im Bundestag sitzen, ein Plus von acht. 45 Abgeordnete schickt die CSU, 23 die SPD. Die Grünen erringen erstmals ein Direktmandat bei einer Bundestagswahl im Freistaat und kommen auf 18 Abgeordnete. Dahinter folgen die FDP mit 14, die AFD mit 12 und Die Linke mit 4 Mandaten.

Schon am Sonntagabend war zwischen der Union und der SPD eine Debatte um die Bildung der künftigen Bundesregierung entbrannt. Während die SPD um ihren Kanzlerkandidaten Olaf Scholz aus dem Abschneiden einen Wählerauftrag für eine Koalition ohne die Union ableitete, betonten CDU und CSU, dass nur der Kanzler werden könne, wer im Bundestag die Mehrheit der Abgeordneten hinter sich vereine.

In der Sitzung des CSU-Vorstands wird sich Söder ein Mandat für die anstehenden Gespräche abholen, um dort möglicherweise auch Kompromisse eingehen zu können, die der CSU weh tun könnten. Für die CSU geht es bei den Sondierungsgesprächen wie bei den danach möglicherweise anstehenden Koalitionsverhandlungen nicht nur darum, das Kanzleramt für CDU-Chef Armin Laschet zu sichern. Zugleich muss sie auch Inhalte wie Mütterrente durchsetzen, die schon im Wahlkampf auch in der CDU wegen Finanzierungsvorbehalten auf große Skepsis gestoßen waren.

© dpa-infocom, dpa:210926-99-370492/6

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