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Wahl:Horst Arnold ist Fraktionschef

SPD entscheidet sich gegen Kohnen-Kritiker Florian von Brunn

Der Mittelfranke Horst Arnold, 56, führt die SPD-Landtagsfraktion in die neue Legislaturperiode. Er setzte sich in einer vierstündigen, intensiven Debatte gegen seinen Konkurrenten Florian von Brunn, 49, aus München durch. Erst im dritten Wahlgang konnte er sich mit dreizehn zu acht Stimmen behaupten.

Zuvor gab es in zwei Wahlgängen ein Patt, Arnold und Brunn erreichten jeweils elf Stimmen. Eine Doppelspitze scheidet aus, da dieser eine Frau angehören müsste. Daraufhin diskutierten die Frauen in der Fraktion in einer separaten Runde über ihre Möglichkeiten. Nicht nur eine Doppelspitze soll Thema gewesen sein, viele vermuten, dass dort auch die entscheidenden Weichen gestellt wurden, dass Brunn am Ende unterlag.

Brunn gilt als ein Kritiker von Landeschefin Natascha Kohnen, die auch der Fraktion angehört. In der Mitgliederbefragung um den Landesvorsitz kandidierte er gegen sie und kam mit viel Abstand auf den zweiten Platz. Noch in der Wahlnacht trat er für einen vorgezogenen Parteitag ein, auf dem der ganze Vorstand und damit auch Kohnen neu gewählt werden sollte. Als der Druck zu groß wurde, schloss sich Kohnen dem nicht nur von Brunn vorgebrachten Vorschlag an. Der Umweltpolitiker Brunn gilt als Talent und als einer von Kohnens größten Konkurrenten, den der Posten des Fraktionschefs gestärkt hätte. Kohnen soll seinen Gegenkandidaten Horst Arnold unterstützt haben.

Es ist nicht sicher, was in der Frauenrunde genau besprochen wurde. Klar aber ist: Im dritten Wahlgang, der kurz darauf folgte, konnte Arnold sich durchsetzen. Daraufhin bewarb sich Brunn um einen Stellvertreterposten, Arnold unterstützte ihn. Erneut gab es ein Patt zwischen ihm und dem oberfränkischen Abgeordneten Klaus Adelt aus Hof. In der darauffolgenden Abstimmung setzte sich Adelt mit elf zu neun Stimmen durch. Er ist das einzige neue Mitglied im Vorstand, dem auch Simone Strohmayr, Margit Wild und Volkmar Halbleib als parlamentarischer Geschäftsführer angehören. "Diese Fraktion besteht aus 22 Abgeordneten, aber sie kann Parlament", sagte der neue Fraktionschef Arnold. Das Wahlergebnis sei kein Zeichen für Zerrissenheit. Die Partei mache einen Prozess der "Selbstfindung, Selbstanalyse und Selbstreflexion" durch. Er sehe es als seine Aufgabe an, Geschlossenheit herzustellen. Brunn kündigte an, sich mit voller Kraft in der Fraktion einzubringen und sagte: "Der neue Vorstand hat meine volle Unterstützung."