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Vorwurf der Körperverletzung:Maria Baumers Ex-Verlobter in Haft

Der Ex-Verlobte von Maria Baumer sitzt wieder in Untersuchungshaft.

Christian F. saß in Untersuchungshaft, weil er verdächtigt wurde, seine Verlobte Maria Baumer umgebracht zu haben. Nur sieben Monate nach seiner Entlassung wirft die Staatsanwaltschaft ihm jetzt gefährliche Körperverletzung vor.

Nur sieben Monate nach seiner Haftentlassung sitzt der frühere Verlobte der unter mysteriösen Umständen ermordeten Maria Baumer erneut in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Regensburg wirft dem 30 Jahre alten Mann gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen vor. Er soll einer jungen Frau ohne deren Wissen Medikamente verabreicht haben. Die 21-Jährige sei eines Tages ohne Erinnerung an die vorangegangenen Stunden aufgewacht. Die Frau ist Patientin im Bezirkskrankenhaus. Dort habe sie sich mit Christian F. angefreundet, der in der Klinik als Krankenpfleger arbeitet.

F. war bereits im vergangenen Herbst sieben Wochen in Untersuchungshaft festgehalten worden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn verdächtigt, seine Verlobte Maria Baumer wenige Monate vor der Hochzeit umgebracht zu haben. Die damals 26-Jährige war Pfingsten 2012 unauffindbar verschwunden. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Zeugen wollten die Vorsitzende der katholischen Landjugend in Bayern einmal in Hamburg gesehen haben, ein anderes Mal auf dem Jakobsweg. Tatsächlich war Baumer zu diesem Zeitpunkt bereits tot.

Im September 2013 wurde ihr Skelett in einem Waldstück bei Regensburg gefunden. Vier Tage später wurde ihr Verlobter verhaftet. Baumer hatte in den Wochen vor dem Tod über Erinnerungslücken geklagt. Ermittler vermuteten damals, ihr Partner könnte ihr Medikamente verabreicht haben. Mangels hinreichenden Tatverdachts ordnete das Landgericht Regensburg jedoch die Freilassung von Christian F. an.

Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, habe die aktuelle Festnahme von F. nichts mit dem Fall Baumer zu tun. Dessen Anwalt Michael Haizmann indes sieht sehr wohl Anknüpfungspunkte. Seit der Freilassung seines Mandanten übe die Polizei "massiven Druck" auf Christian F. aus. So sei es in dessen Umfeld wiederholt zu Vernehmungen gekommen, auch seine Wohnung sei mehrmals durchsucht worden, eine Matratze beschlagnahmt. Vermutlich werde auch F.s Telefon abgehört, sagt Haizmann: Die Polizei kenne "jeden Schritt und Tritt", sein Mandant habe seit November "keine ruhige Minute" gehabt.

Auch jetzt offenbarten die Ermittler einen besonderen Belastungseifer, man habe bei der Frau "Stimmung gemacht", vieles sei spekulativ. Daher werde er erneut Haftbeschwerde einlegen, kündigte Haizmann an.

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