Schwindender Lebensraum

Forelle, Barbe, Nase - so heißen die Ureinwohner der Isar. Doch nur noch weit oben in den Bergen kann sich die Bachforelle natürlich vermehren. Weiter unten setzen den Fischen Stauwehre und Kormorane zu. Besonders in der Pupplinger Au bei Wolfratshausen, die auf den ersten Blick so naturnah wirkt, haben die Raubvögel die Isar regelrecht leer gefressen. Nur dort, wo die Kormorane konsequent vertrieben werden, wie etwa zwischen Oberföhring und Garching, erholen sich die Äschenbestände. In der unteren Isar, zwischen Moosburg und Deggendorf, leben vorwiegend Barbe und Nase. Vor allem die Nasen sind trotz Artenhilfsprogrammen vom Aussterben bedroht. Ab Landshut schränken Staustufen ihren natürlichen Lebensraum stark ein. In den zahlreichen Stauseen breiten sich Stillwasserarten wie Rotauge und Brachse aus. Die Wassertemperatur in den Seen ist höher als im Fluss, auch hier fehlt der Kiesnachschub. Die Folge: Fische, die im Kies laichen, und kälteliebende Arten verschwinden. Inzwischen ermöglichen immer mehr Fischaufstiegsleitern an Kraftwerken, dass Fische stromaufwärts wandern können. Umweltministerin Ulrike Scharf hat im April angekündigt, die Isar für alle Wassertiere vom Sylvensteinspeicher bis zur Mündung barrierefrei zu machen. Dafür nehme das Umweltministerium gemeinsam mit den Wasserkraftbetreibern mehr als 30 Millionen Euro in die Hand. Aber: Die Strömung abwärts führt die Fische immer noch direkt in die Turbinen der Kraftwerke.

Bild: Landesfischereiverband Bayern e.V. 7. August 2017, 15:282017-08-07 15:28:33 © SZ.de/mkro