bedeckt München 24°

Volksfest:Warum sich die Augsburger über den Plärrer aufregen

Lebkuchenherzen

Volksfestzelte statt Parkplatz: Die Augsburger müssen derzeit genauer nach Stellflächen für ihre Autos suchen.

(Foto: Günther Reger)

Weil in diesem Jahr die Zeit zwischen Oster- und Herbstplärrer kürzer ist, haben die Volksfest-Wirte ihre Zelte auf dem Kleinen Exerzierplatz kurzerhand stehengelassen.

Sonderlich staugeplagt sind die Augsburger und die Pendler, die mit dem Auto in die Stadt fahren, ja nicht. Es heißt, die Autofahrer hier würden sich schon aufregen, wenn sie zweimal in kurzer Folge an einer roten Ampel anhalten müssten. Natürlich gibt es auch in dieser Stadt Baustellen oder Unfälle, weshalb der Verkehr ins Stocken gerät.

Das ist aber nichts im Vergleich zu München, wo eine Fahrt vom einen zum anderen Ende der Stadt oft nicht in weniger als eineinhalb Stunden zu machen ist und die Autofahrer schier verzweifeln. Deshalb darf man den München-Pendlern eigentlich nicht verraten, dass es in Augsburg sogar kostenlose Parkplätze nahe des Zentrums gibt.

Augsburg Augsburg dreht das Rotlicht ab
Bordellbetriebe

Augsburg dreht das Rotlicht ab

Keine andere deutsche Stadt hat so viele Prostituierte im Vergleich zur Bevölkerungszahl. Was die Lokalpolitik nun anstellt, um das Schmuddel-Image loszuwerden.   Von Christian Rost

Den Kleinen Exerzierplatz, wo jeweils im Frühjahr und Spätsommer der Plärrer, Schwabens größtes Volksfest, ausgerichtet wird, nutzen in der volksfestfreien Zeit viele Berufspendler als Stellplatz für ihre Autos. In diesem Jahr allerdings stehen zwischen dem Oster- und dem Herbstplärrer kaum kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Das bringt die verwöhnten Pendler aus dem Augsburger Umland auf die Palme, wie der BR meldete.

Weil der Osterplärrer wegen schlechten Wetters um vier Tage verlängert wurde und erst am 7. Mai endete, lohnte es sich nicht für die Zeltbetreiber, ihre Bierburgen in der Zwischenzeit abzubauen und einzumotten, bis am 25. August der Herbstplärrer beginnt. Sie fragten im Rathaus an, ob sie ihre Zelte ausnahmsweise über den Sommer stehen lassen könnten und bekamen gegen eine Standgebühr die Genehmigung. Für die finanziell klamme Stadt ist das kein schlechtes Geschäft, weil sie so immerhin Einnahmen auf dem Kleinen Exerzierplatz erzielt. Von den Autofahrern verlangte sie bislang ja noch keine Parkgebühr.

Nicht ungelegen kommt dem Fahrgastverband Pro Bahn der Streit ums Plärrer-Gelände. Der Verband sieht es kritisch, dass die Stadt seit Jahren die Fläche zum freien Parken zur Verfügung stellt und damit die Leute geradezu animiert, mit dem Auto nach Augsburg zu fahren. Seit Langem plädiert Pro Bahn dafür, die Pendler an der Stadtgrenze zum Umsteigen in Tram, Bus oder Zug zu bewegen. So gesehen leisten die Plärrer-Wirte mit ihrer Zelt-Blockade nun einen echten Beitrag zum Umweltschutz.

Augsburg Aufsteigerstadt Augsburg

Wirtschaft

Aufsteigerstadt Augsburg

Die schwäbische Metropole wird bald auf mehr als 300 000 Einwohner wachsen. Viele Menschen wenden sich von München ab, weil das Leben in der Nachbarstadt angenehm und bezahlbar ist.   Von Christian Rost