Fürther Kärwa: Erntedank und Erzengel

Ganz bescheiden ist die Michaelis-Kirchweih nach dem Zweiten Weltkrieg wieder gestartet: "Es muß nicht gerade eine Bratwurst im Weckla oder Türkischer Honig oder eine tollkühne Fahrt mit dem Selbstlenker sein", schrieben die Fürther Nachrichten im Jahr 1945. Man könne für den Anfang vorlieb nehmen "mit dem Zwei-Prozentigen oder einer gemütlichen Fahrt mit dem Russischen Rad". Die Bescheidenheit ist vorbei, heute gilt die Fürther Kärwa als eines der größten Volksfeste in Franken und bei den Fürthern und vielen der 1,5 Millionen Besucher als "Königin der fränkischen Kirchweihen".

Den Charme der Kärwa macht aus, dass nicht im Bierzelt, sondern auf der Straße und in den Wirtshäusern gefeiert wird. Start ist der Samstag, 28. September. Der letzte Tag fällt dieses Jahr auf Mittwoch, den 9. Oktober. Zur Kärwa gehört der Markt, auf dem Fieranten von der Blumenzwiebel bis zum Kochtopf allerhand feilbieten. Höhepunkt von Bayerns größter Straßenkirchweih ist der Erntedankfestzug am zweiten Kirchweihsonntag. Von Nina Ayerle

Bild: Daniel Karmann/dpa 7. August 2018, 11:112018-08-07 11:11:18 © SZ vom 23.08.17/cck/bhi/baso