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Vögel:Exotischer Gast im rosa Kleid

Der Rosenstar ist zwar eng mit dem heimischen Star verwandt, trägt aber ein anderes Federkleid.

(Foto: Bodnár Mihály/LBV)

Zurzeit werden in Bayern Rosenstare gesichtet

Der Rosenstar ist dem heimischen Star sehr ähnlich - allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Sein Körper ist - wie der Name nahelegt - zart rosa gefiedert, das des gewöhnlichen Stars grünlich-schwarz. Den Rosenstar bekommt man hierzulande freilich äußerst selten zu Gesicht. Denn er lebt in den Steppen, Halbwüsten und Wüsten Mittelasiens und Südosteuropas. Dieses Frühjahr ist das offenbar anders. Seit einigen Tagen werden gehäuft Beobachtungen gemeldet - aus den oberbayerischen Regionen Erding und Garmisch-Partenkirchen zum Beispiel und dem oberpfälzischen Regensburg. "In Traunstein und Bad Tölz wurden sogar kleinere Schwärme von bis zu 15 Exemplaren gesichtet", sagt Thomas Rödl vom Landesbund für Vogelschutz. "Mit ein wenig Glück wird man in den kommenden Tagen auch noch welche sichten können."

Laut Rödl kommen die Rosenstare aktuell über Bulgarien und Ungarn nach Bayern und ziehen von hier weiter in Richtung Norden. Der Ornithologe vermutet, dass der Besuch einem vorübergehenden Nahrungsmangel in den eigentlichen Brutgebieten der Tiere geschuldet ist. Rosenstare vertilgen während der Brutzeit hauptsächlich Heuschrecken, Heupferdchen und andere Insekten, die in Schwärmen auftreten. Nachdem die Jungen flügge geworden sind, schwenken sie um auf Maulbeeren und andere Früchte. Der Rosenstar und der heimische Star sind enge Verwandte, beide sind auch nicht gerne alleine unterwegs. Deshalb kann man mit einwenig Glück sogar gemischte Schwärme am Himmel sehen, aus denen die Rosenstare dank ihres auffälligen Gefieders natürlich besonders hervorstechen. "Lange wird der exotische Besuch aber nicht andauern", sagt Rödl, "es ist unwahrscheinlich, dass die Rosenstare so weit westlich ihres eigentlichen Brutgebietes bleiben." Der letzte große Einflug fand vor zwölf Jahren statt, zuletzt wurden vor zwei Jahren einige wenige Exemplare in Bayern beobachtet.

© SZ vom 06.06.2020 / cws

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