Veste CoburgOhne diese Burg wäre es Luther an den Kragen gegangen

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Die Veste Coburg gilt als eines der „Top-Denkmäler“ Deutschlands.
Die Veste Coburg gilt als eines der „Top-Denkmäler“ Deutschlands. (Foto: Daniel Vogl/dpa)

Die Veste Coburg wird 800 Jahre alt. Die Festung ist weithin sichtbar und ein Spiegel vieler historischer Ereignisse. Wenn beispielsweise Martin Luther hier nicht Schutz gefunden hätte, wäre die Reformation womöglich anders verlaufen.

Martin Luther fand hier Zuflucht, die großartige Lage hat ihr den Namen „Fränkische Krone“ eingebracht: Die Veste Coburg gilt als eine der am besten erhaltenen und größten Burganlagen Deutschlands – und wird 800 Jahre alt. Alte Urkunden erwähnten den Namen „Koburk“ zwar bereits seit dem 11. Jahrhundert. Doch eine steinerne Burg auf dem Festungsberg wurde erstmals 1225 nachgewiesen.

Gefeiert wird das Jubiläum mit einer Ausstellung, die neue Erkenntnisse der Forschung über das imposante Bauwerk präsentiert, das auch von Thüringen aus gut zu sehen ist. Die Veste sei eines der „Top-Denkmäler“ Deutschlands, sagte Kurator Niels Fleck. „Hier wurde gebaut, gelebt.“ Auf jedem Schritt durch die Anlage begegne den Besuchern die Geschichte.

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Coburg gilt nicht als "Place to be", dabei wartet die Stadt in Oberfranken mit einer Festung auf, die nie erobert werden konnte. Und selbst die britische Königin fand hier ihren Sehnsuchtsort.

SZ PlusVon Olaf Przybilla

Für die Reformation beispielsweise war die Veste ein markanter Ort: Im Jahr 1530 fand hier für einige Monate Reformator Martin Luther Schutz, als zugleich seine Anhänger in Augsburg für die Anerkennung des protestantischen Glaubens kämpften. Luther selbst stand unter Reichsacht. Das war eine im Heiligen Römischen Reich verhängte Strafe, die den Geächteten rechtlos machte und ihn aus der Gemeinschaft ausschloss. Luther konnte deshalb nicht nach Augsburg reisen, also blieb er in Coburg. Dort arbeitete er unter anderem an der Bibel-Übersetzung und verfasste zahlreiche Schriften.

Bei diesem Bild wird klar, warum die Veste Coburg auch „Fränkische Krone“ genannt wird.
Bei diesem Bild wird klar, warum die Veste Coburg auch „Fränkische Krone“ genannt wird. (Foto: Imago)
Besucher und Besucherinnen gehen zur Burg der Veste Coburg.
Besucher und Besucherinnen gehen zur Burg der Veste Coburg. (Foto: Daniel Vogl/dpa)

Aber auch andere historische Ereignisse ließen sich am Bau ablesen, sagte Cornelia Stegner, Sprecherin der Kunstsammlungen der Veste Coburg. Dazu zählten etwa die Hussitenkriege im 15. Jahrhundert, der Dreißigjährige Krieg im 17. Jahrhundert und die Burgenromantik im 19. und 20. Jahrhundert. Die Burg sei stets ein Ideenträger gewesen, sagte Fleck. Das gelte auch für die Zeit politischer Vereinnahmung der Veste im Nationalsozialismus.

Die Ausstellung zeigt, wer die Veste im Lauf der Jahrhunderte bewohnt hat, welche Belagerungen sie überstanden hat, welche Baumeister und Architekten an ihr arbeiteten – und wie sie speziell im 19. und 20. Jahrhundert umgestaltet wurde. Die Anlage, einst Stammsitz der Herzöge von Sachsen-Coburg, beherbergt heute eine umfangreiche Kunstsammlung, die zum großen Teil auf den Kunstbesitz der Herzöge zurückgeht. Sie gilt als eine der bedeutsamsten kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen Deutschlands, unter anderem mit Werken von Cranach und Dürer.

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