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Verschwundenes Mädchen:Was der Fund von Peggys Leiche für die Ermittlungen bedeutet

  • Die Leichenteile, die ein Pilzsammler in einem Waldstück in Thüringen gefunden hat, stammen von Peggy, die bereits 2001 verschwand.
  • Ob womöglich noch Fremd-DNA am Skelett oder einem der gefundenen Gegenstände festgestellt werden kann, ist offen.

Die Leiche von Peggy ist entdeckt worden. Damit glimmt die Hoffnung wieder auf, einen der spektakulärsten Vermisstenfälle der Justizgeschichte doch noch aufzuklären. Die letzte Gewissheit, ob die Knochen, die ein Pilzsammler in einem Waldstück entdeckt hat, tatsächlich dem damals neunjährigen Mädchen aus Lichtenberg zuzuordnen sind, gibt es seit Dienstagnachmittag. Eine Untersuchung durch die Rechtsmedizin ergab: Die Überreste stammen definitiv von Peggy. Hier ein Überblick über das, was man weiß in dem Fall. Und was nicht.

Das Mädchen Peggy

Peggy war neun Jahre alt, als sie am 7. Mai 2001 verschwand. Sie lebte mit ihrer Mutter in einer Wohnung am Marktplatz von Lichtenberg, die sie an jenem Montag kurz vor Schulbeginn verließ. Nach der Schule wurde sie noch gesehen. Auch am Nachmittag und am Abend wollen sie Zeugen beobachtet haben: beim Brunnen, am Schlossturm, an der Bäckerei. Das letzte Mal soll sie gegen 19 Uhr gesehen worden sein, danach verliert sich die Spur. Peggys Mutter, sie arbeitete in einem Altenheim, zog drei Monate später weg aus Lichtenberg und ließ in Nordhalben ein Grab für ihr Kind errichten. Dort ist als Sterbedatum der Tag von Peggys Verschwinden angegeben.

Die Ermittler

Am Montag wurde die mittlerweile vierte Sonderkommission eingerichtet, 30 Mitarbeiter der Kriminalpolizei Bayreuth ermitteln nun wieder auf Hochtouren. Eine erste Soko war gleich nach dem Verschwinden von Peggy eingesetzt worden, elf Monate wurde sie von Herbert Manhart geleitet, ehe der Chefermittler pensioniert wurde. Den geistig stark eingeschränkten Ulvi K. schloss Manhart als Täter aus.

Fall Peggy DNA-Analyse: Leichenteile stammen von Peggy
Verschwundenes Mädchen

DNA-Analyse: Leichenteile stammen von Peggy

Am Samstag fand ein Pilzsammler in Thüringen menschliche Knochen - nun steht fest, dass sie zu Peggy gehören. Die Neunjährige aus dem oberfränkischen Lichtenberg war vor 15 Jahren verschwunden.

Die zweite Soko präsentierte aber schließlich genau ihn als Verdächtigen, er wurde 2004 wegen Mordes verurteilt und in die Psychiatrie in Bayreuth eingewiesen. Zehn Jahre später wurde er in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen, und die Ermittler machten sich erneut auf die Suche nach einem Täter. Bislang vergeblich.

Die früheren Verdächtigen

Derzeit ermittelt die Sonderkommission "Peggy" gegen Unbekannt. Aktuell gebe es keinen Tatverdächtigen, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt, Herbert Potzel. Das war früher anders. Nachdem der Gastwirtssohn Ulvi K. im Wiederaufnahmeverfahren 2014 freigesprochen wurde, gerieten mehrere Männer ins Visier. 2013 wurde der Hinterhof eines Lichtenbergers metertief aufgebaggert, weil die Ermittler nach Spuren von Peggy suchten. Vergeblich.

Ein weiterer Mann aus der Nähe von Halle stand lange besonders im Fokus, ihn hatten die Ermittler schon kurz nach Peggys Verschwinden im Visier. Bei ihm entdeckten sie ein Amulett mit dem Buchstaben "P" und ein Foto von Peggy. In Vernehmungen hatte er angegeben, er tue dies, um sich an das verschwundene Mädchen zu erinnern. Nach eigener Aussage soll er einige Monate vor dem Verschwinden Peggys das letzte Mal in Lichtenberg gewesen sein. Ermittlern gegenüber soll der Mann auch zugegeben haben, dass es zu Zärtlichkeiten mit Peggy gekommen ist. 2012 wurde der Mann vom Landgericht Halle wegen sexuellen Missbrauchs seiner eigenen Tochter zu sechs Jahren Haft verurteilt.