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Oberfranken: Unglück bei Rallye:Sechsjähriger außer Lebensgefahr

Unfall beim Frankenwald Berg-Revival: Ein Rennauto ist von der Strecke abgekommen und in eine Gruppe von Zuschauern gerast. Elf Menschen wurden verletzt - ein Sechsjähriger sogar schwer. Doch nun ist der Bub außer Lebensgefahr.

Das traditionelle Frankenwald Berg-Revival in Oberfranken ist von einem tragischen Unfall überschattet worden. In Stadtsteinach ist am Sonntag ein Auto in eine Zuschauergruppe gefahren. Dabei wurden Polizeiangaben zufolge elf Menschen verletzt - ein sechsjähriger Junge sogar schwer.

Rallyeauto rast in Zuschauer

An diesem Wochenende sind etwa 150 Autos beim traditionellen Frankenwald Berg-Revival am Start. Ein Wagen ist im Zielbereich in eine Zuschauergruppe gefahren.

(Foto: dpa)

Inzwischen ist der Bub außer Lebensgefahr. "Sein Zustand ist stabil", sagte ein Polizeisprecher. Auch ein neunjähriger Junge wurde mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Der genaue Unfallhergang blieb auch am Montag unklar. Polizei und die Staatsanwaltschaft in Bayreuth bildeten eine Arbeitsgruppe, die die Spuren auswertet und Zeugen des Geschehens befragt. Dabei geht es auch um die Frage, ob sich die Zuschauergruppe aus dem Raum Hof widerrechtlich vor der Absperrung aufhielt. Nach Angaben der Veranstalter war sie mehrfach darauf hingewiesen worden, dass sie sich nicht im sicheren Bereich befindet.

Der im Rallyestil rot-weiß lackierte Wagen hatte die 3,5 Kilometer lange und kurvenreiche Strecke bereits hinter sich, als er im Zielbereich nahe Presseck - 20 Kilometer nördlich von Kulmbach - wegen eines anderen Autos bremsen musste. Aus zunächst unbekanntem Grund verlor der 32 Jahre alte Fahrer die Kontrolle über sein Auto und schleuderte in die Zuschauergruppe.

Nach Angaben des Veranstalters Motorsportclub Presseck (Landkreis Kulmbach) ist es bei der seit 2002 jährlich ausgerichteten Veranstaltung bisher noch nie zu einem schweren Unfall gekommen. "Ich stehe unter Schock", sagte Clubchef Erich Denzler. "Das Auto ist auf der Zieldurchfahrt rausgerutscht."

Wie schnell der Wagen zu diesem Zeitpunkt war, wusste Denzler nicht. "Die Bremsspur ist vielleicht zehn Meter lang." Nach Denzlers Worten gehören die Opfer zu einer Gruppe - womöglich eine Familie -, die mehrfach aufgefordert worden sei, sich hinter das Absperrband zu stellen. Die Anweisungen seien allerdings ignoriert worden. "Ich hoffe, dass das Kind überlebt", sagte Denzler.

Das Frankenwald Berg-Revival ist Denzler zufolge kein richtiges Autorennen, sondern vielmehr eine Showfahrt. Die etwa 150 Wagen - darunter viele Oldtimer und Motorräder - absolvieren an zwei Tagen eine 3,5 Kilometer lange Strecke. Ziel ist dabei, jeweils möglichst nah an die erstgefahrene Zeit heranzukommen. Die Autoshow wurde aber wegen des Unfalls im ersten Durchgang abgebrochen.

© sueddeutsche.de/dpa/tob/jab

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