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Verkehrsverbund Donau-Wald:Ilztalbahn fürchtet Benachteiligung

Von Maximilian Gerl, Waldkirchen

Vertreter der Ilztalbahn beklagen, in die Vorbereitungen eines möglichen Verkehrsverbundes Donau-Wald in Ostbayern nicht eingebunden zu sein. Obwohl die Ilztalbahn seit zehn Jahren zwischen Passau und Freyung im Freizeitverkehr fahre, spiele sie "in der Verkehrspolitik des Freistaats und der Region keine Rolle", teilte der ehrenamtliche Geschäftsführer der Ilztalbahn, Thomas Schempf, am Montag mit. Dabei werde der Beitrag der Bahn auch zur Einhaltung der Klimaschutzziele immer wichtiger. Hintergrund der Klagen ist eine vom Verkehrsministerium geförderte Grundlagenstudie. Sie soll untersuchen, ob und wie ein Verkehrsverbund der Landkreise Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau und Regen sowie der Stadt Passau der Region neue Potenziale im öffentlichen Personennahverkehr eröffnet. Ein wichtiger Punkt ist hierbei der Ausbau eines landkreisübergreifenden Busnetzes. Ein Konzeptpapier sieht dazu unter anderem eine "Pilotlinie Bahn-Bus-System" für die Strecke Passau-Waldkirchen-Freyung-Grafenau vor. Diese Route fährt teils auch die Ilztalbahn. Ihre Befürworter sehen darum in dem Konzeptpapier ein Zeichen, dass der Freistaat versuche, mithilfe von Regiobussen den Regelverkehr auf der Schiene zu verhindern. Man begrüße zwar die Förderung von Buslinien dort, wo diese eine Netzergänzung darstellten, sagte Schempf. Die Fahrtage der Ilztalbahn zeigten jedoch, dass viele Passagiere den Zug der derzeit parallel verkehrenden Buslinie 100 vorzögen. Die Ilztalbahn wird von einem Verein betrieben und zählt offiziell als Freizeitbahn, ihre Züge verkehren nur an Sommerwochenenden. Um sie wird seit Jahren in Niederbayern gestritten: Während die einen für die Reaktivierung der rund 50 Kilometer langen und recht kurvigen Strecke plädieren, fürchten andere hohe Kosten und Nachteile, etwa für örtliche Busunternehmer.

© SZ vom 05.01.2021/van
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