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Verkehrssicherheit:Welche Raktionen die Boden-Ampeln hervorrufen

Mitunter überqueren sie auch viel befahrene Straßen, ohne auf den Verkehr zu achten. Der Leichtsinn erstreckt sich über alle Altersgruppen hinweg - wobei die intensivsten Nutzer die 25- bis 35-Jährigen sind. Bei ihnen lassen sich mehr als 22 Prozent von ihrem Telefon ablenken.

Während die Handynutzung am Steuer oder auf dem Fahrrad in Deutschland ein Bußgeld nach sich zieht, können Fußgänger auf ihr Gerät starren, wie sie wollen. Wer allerdings wegen Unachtsamkeit einen Unfall verursacht, könnte dafür haftbar gemacht werden.

Extra-Spur für Smartphone-Nutzer in China

Damit es gar nicht so weit kommt, haben sich andere Städte bereits etwas einfallen lassen: In der chinesischen Millionenstadt Chongqing wurde auf Gehwegen eine Extra-Spur für Smartphone-Nutzer eingerichtet. Das US-Verkehrsministerium experimentiert in Portland (Oregon) mit sprechenden Bussen, die an Kreuzungen vor dem Abbiegen lautstarke Warnungen absetzen ("Fußgänger, der Bus biegt ab").

Bereits in mehreren amerikanischen Bundesstaaten gab es Gesetzesinitiativen, die Fußgängern das Benutzen von Handys verbieten wollten. Die meisten scheiterten, nur in Rexburg (Idaho) ist das SMS-Schreiben auf Kreuzungen oder Zebrastreifen seit 2011 verboten. Wer es dennoch tut, muss etwa 100 Dollar Strafe zahlen.

In Augsburg blinken die roten Lichterketten an den beiden Trambahn-Haltestellen seit Dienstag. Eine Reaktion gab es bereits: Ein Anrufer beschwerte sich bei den Stadtwerken, dass sie auf Steuerzahler-Kosten auch noch die Handy-Unsitte "unterstützt".

Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg betont allerdings, dass die Bodenlampen durchaus auch eine allgemeine Verkehrs-Sicherungsmaßnahme darstellen: "Auch ganz normalen Fußgängern wird signalisiert, dass sie eine rote Linie überschreiten."