Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr„Faktisch fährt so gut wie nichts“

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Vom Streik betroffen waren vor allem München und Nürnberg - aber auch Passau, Bayreuth und andere Städte in Bayern.
Vom Streik betroffen waren vor allem München und Nürnberg - aber auch Passau, Bayreuth und andere Städte in Bayern. Malin Wunderlich/dpa
  • Ein Warnstreik schränkt den Nahverkehr in München, Nürnberg, Passau, Bayreuth und anderen bayerischen Städten erheblich ein.
  • In Nürnberg ist das Stauaufkommen dreimal so hoch wie gewöhnlich, in München fast zweieinhalbmal so hoch.
  • Verdi fordert eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und kürzere Arbeitszeiten, die nächste Verhandlungsrunde findet am Freitag statt.
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Ein Warnstreik schränkt den Nahverkehr in mehreren Städten ein. In Nürnberg müssen Messebesucher deshalb improvisieren. In der Frankenmetropole ist das Stauaufkommen dreimal so hoch wie gewöhnlich.

Wie komme ich bloß zur Arbeit und wieder zurück? Eineinhalb Wochen nach einem ersten Warnstreik im kommunalen Nahverkehr in Bayern in diesem Jahr sind Fahrgäste in etlichen Städten erneut aufgerufen, zu improvisieren. Ob Fahrgemeinschaften, das Fahrrad oder zu Fuß – am besten Home-Office, sagte sich so mancher.

In Nürnberg blieben sowohl die U-Bahnen als auch die Trambahnen in den Depots, wie Michael Batog von der Gewerkschaft Verdi schilderte. In Passau stehe alles still, ergänzte seine Kollegin Katharina Wagner.

Ein geregelter Betrieb in der Landeshauptstadt werde voraussichtlich erst am Donnerstag wieder möglich sein, teilte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit. So sei die U-Bahn am Morgen zunächst überhaupt nicht im Betrieb gewesen.
Am Vormittag hieß es dann: Zwischen Marienplatz und Fröttmaning fährt die U-Bahn, die Tramlinien 20 und 25 seien im Zehn-Minuten-Takt unterwegs. Auch bei den Bussen ging es vorwärts: Dreiviertel aller Fahrzeuge rückten aus, teilweise im Zehn-Minuten-Takt. Grund für die Entspannung: Mehr Mitarbeiter hätten sich zum Dienst gemeldet als beim zurückliegenden Warnstreiktag vor eineinhalb Wochen.

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Gewerkschaftssekretärin Wagner kündigte an, dass es bis zur nächsten Verhandlungsrunde am Freitag keine weiteren Warnstreiks in Bayern geben werde. „In der Eskalation sind wir definitiv noch nicht.“ Die Gewerkschaft wolle ja nicht die Fahrgäste als solche treffen, dies sei nur der einzige Hebel, um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. „Deshalb ist es unser Credo, dass wir Warnstreiks in der Regel früh ankündigen, damit die Leute nicht aus dem Haus gehen und ins offene Messer laufen und total überrascht werden.“

Auch in Bayreuth und Dachau waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Es ist das zweite Mal im laufenden Tarifkonflikt, dass die Gewerkschaft im Freistaat zu diesem Druckmittel greift. Schon bei der ersten Runde am 2. Februar waren auch München und Nürnberg betroffen.

S-Bahnen und Regionalbahnen sollten jedoch auch dort trotz des Warnstreiks weiterfahren. In München mussten Reisende aufgrund von Bauarbeiten für die zweite Stammstrecke vom späten Abend (22.20 Uhr) an mit starken Einschränkungen bei der S-Bahn rechnen.
Mancherorts fuhren in den betroffenen Städten auch Busse, wenn sie von privaten Dienstleistern im Auftrag der Verkehrsbetriebe betrieben werden – so in München, wo am Morgen auf allen Buslinien Fahrzeuge unterwegs waren, allerdings teils in großen Abständen.

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:Streik in München: Diese U-Bahnen, Busse und Trams fahren trotzdem

Im öffentlichen Nahverkehr kommt es erneut zu erheblichen Einschränkungen. Zwischen Marienplatz und Fröttmaning fährt seit dem Vormittag jedoch die U-Bahn.

Von Andreas Schubert

Bei der U-Bahn in München stand am Morgen zunächst alles still, weil im Fahrdienst und in der Leitstelle zu wenige Mitarbeiter zur Verfügung standen. Später entspannte sich die Lage. Am Abend sollte die U-Bahn im Abschnitt Marienplatz-Fröttmaning wegen des DFB-Pokalspiels in der Allianz-Arena auf jeden Fall fahren. Der übliche Bustransfer von der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke werde für die Fußballfans zudem zusätzlich verstärkt, hieß es.

Auch bei der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) wirkte sich der Warnstreik spürbar aus. „Faktisch fährt so gut wie nichts. Es sind nur 30 Busse in der Stadt unterwegs“, sagte Batog am Morgen. Auf den Straßen sei es dadurch im Berufsverkehr deutlich voller als sonst. Bei der Biofach, dem weltgrößte Treffen der Biobranche, musste ein Bus-Shuttle-Service eingerichtet werden, um Tausende Besucher aus dem In- und Ausland von ihren Hotels zum Messegelände zu bringen.

In Bayreuth hatte der Warnstreik bereits am Dienstag begonnen

Dass es gerade in Nürnberg und München schwierig war, mit dem Auto zur Arbeit zu kommen, belegen auch Zahlen des Verkehrsdatenanbieters Tom Tom. In München war das Stauniveau im morgendlichen Berufsverkehr fast zweieinhalbmal so hoch wie im Jahresdurchschnitt 2025, in Nürnberg sogar mehr als dreimal so hoch. In beiden Städten fiel der Stau damit allerdings etwas schwächer aus als beim ersten Warnstreik am 2. Februar.

In Bayreuth hatte der Warnstreik bereits am Dienstag begonnen. Den Stadtwerken zufolge sollte auf vielen Buslinien mit Fahrzeugen von Partnerunternehmen ein Grundangebot aufrechterhalten werden. In Dachau sollten die sechs Buslinien der Stadtwerke ausfallen.

Verdi fordert in dem Tarifkonflikt in Bayern unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte weisen das als zu teuer zurück, zumal sie bereits weitere Verbesserungen und eine Entgelterhöhung von mindestens fünf Prozent angeboten hätten. Die nächste Verhandlungsrunde ist am Freitag.

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