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Verbotener Tourismus:Patrouillen an grüner Grenze

Österreichs Bundesheer kontrolliert in Wanderregionen zu Bayern

Österreich lässt nun auch Soldaten patrouillieren, um Übertritte an der sogenannten grünen Grenze zu verhindern - also vor allem in den Wanderregionen im Alpenvorland. Ein Sprecher des Bezirkspolizeikommandos Reutte bestätigte am Dienstag, dass das Bundesheer die österreichischen Polizisten seit Samstag unterstützt, um etwa Wanderer und Bergsteiger aufzuhalten. "Das Freizeitverhalten ist so, dass einige Leute sich nicht an die Grenzen halten." Zahlreiche Wanderer merken wohl auch gar nicht, wenn sie plötzlich auf österreichischem Boden stehen - oder umgekehrt.

Der Sprecher des Bezirkspolizeikommandos berichtet, dass es erst am Säuling - nicht weit von Schloss Neuschwanstein direkt hinter der Grenze zu Österreich - einen Alpinunfall von zwei deutschen Bergsteigern gegeben habe. Einer der beiden Deutschen kam dabei ums Leben. "Dabei hätten die überhaupt nicht hier unterwegs sein dürfen." Verstöße nehmen Soldaten wie Polizisten auf, Betroffene müssen mit Bußgeldern von bis zu 3600 Euro rechnen. Die österreichischen Behörden hatten bereits am 19. März wegen des Coronavirus Grenzkontrollen an den Übergängen nach Deutschland angeordnet. Bei den Kontrollen an den grünen Grenzübergängen haben die Österreicher vor allem die Rad- und Wanderwege im deutsch-österreichischen Grenzgebiet im Bereich des Tannheimertals sowie rund um Füssen und in den Regionen Plansee und Garmisch im Visier. Dabei gibt es laut Bezirkspolizeikommando gar nicht verstärkt unerlaubte Grenzübertritte zu verzeichnen. Das Bundesheer unterstützt auch deshalb, weil die zu kontrollierenden Gebiete so weitläufig seien. Allerdings ist in den Ferien mit mehr Andrang zu rechnen. Auch auf Initiative des deutschen Innenministeriums sind Grenzübertritte etwa zu Österreich und der Schweiz seit 20. März nur noch an bestimmten Grenzübergangsstellen möglich. Gestattet ist der Grenzübertritt aber auch dann nur aus dringenden Gründen, etwa wegen familiärer Todesfälle.

© SZ vom 15.04.2020 / ffu

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