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Velden:Mehrere Verletzte nach Schlägerei

Asylbewerber und Einheimische prügeln sich heftig in Gaststätte

Bei einer Schlägerei zwischen Asylbewerbern und Einheimischen in einem Lokal im niederbayerischen Markt Velden (Landkreis Landshut) sind in der Nacht zum Sonntag sechs Menschen verletzt worden. Ein Mann erlitt schwere Kopfverletzungen. Es war kurz nach Mitternacht, als in der Gaststätte ein Streit aufflammte. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden syrische Asylbewerber von einheimischen Gästen heftig provoziert, es kam zu Rangeleien. Als die Flüchtlinge, die in einer Notunterkunft leben, daraufhin das Lokal verließen, schien sich die Situation zu entspannen. Kurz darauf kamen die Syrer jedoch mit Verstärkung zurück. Etwa 15 Menschen aus der Unterkunft hatten sich ihnen angeschlossen.

Nun eskalierte der Streit sowohl im als auch vor dem Lokal. Laut Augenzeugen flogen Fäuste, aber auch Gläser und Flaschen. Selbst ein schwerer Standaschenbecher wurde von den Kämpfern rücksichtslos hin- und hergeworfen, es floss reichlich Blut. Der Platz vor dem Lokal habe ausgesehen wie ein Schlachtfeld, berichteten Augenzeugen. Vier Sankas, zwei Notarztwagen und vier Polizeieinsatzfahrzeuge waren notwendig, um die Lage zu bereinigen. Ein 50 Jahre alter Deutscher trug schwere Kopfverletzungen davon, er wird derzeit im Klinikum Regensburg behandelt. Verletzt wurden überdies eine 50-jährige Deutsche, ein 20-jähriger Deutscher, eine 35-jährige Bulgarin sowie ein 32-jähriger und ein 24-jähriger Syrer. Am Sonntag nahm die Polizei einen 25-jährigen syrischen Asylbewerber vorläufig fest. Der Tatvorwurf des versuchten Totschlags bestätigte sich jedoch nicht. Am Montag wurde er von der Staatsanwaltschaft Landshut entlassen. Gegen ihn und die weiteren Beteiligten wird nun aber wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch ermittelt. Der Tatablauf vor dem Lokal ist nach wie vor vollkommen unklar.

Das Landratsamt Landshut hatte erst Mitte Oktober einen Supermarkt im Veldener Ortszentrum als Notunterkunft für Flüchtlinge angemietet. Momentan sind dort 130 überwiegend aus Syrien stammende Asylbewerber untergebracht. Außerdem gibt es in Velden (6600 Einwohner) vier dezentrale Einrichtungen für Asylbewerber. Erwähnenswerte Probleme hatte es bisher nicht gegeben.

© SZ vom 01.12.2015 / hak

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