Unwetterkatastrophe 100-Millionen-Euro Schaden in einem Dorf

Der Schaden des schweren Unwetters in Franken ist möglicherweise um ein Vielfaches höher als bislang angenommen.

Nach Angaben von Bürgermeister Andreas Galster (CSU) ist in der fränkischen Kommune ein Sachschaden von bis zu 100 Millionen Euro entstanden.

Aufräumen nach dem Hochwasser in Baiersdorf.

(Foto: Foto: dpa)

In Baiersdorf standen rund 1000 Häuser unter Wasser. "Kein einzelner Schaden liegt unter 20 000 Euro", sagte Bürgermeister Galster. Im Gewerbegebiet hätten die Wassermassen Waren im Wert von 20 bis 25 Millionen Euro unbrauchbar gemacht. Auch der Stadt selbst sei ein Schaden von rund 20 Millionen Euro entstanden. Vor allem die Mehrzweckhalle und die Kläranlage wurden in Mitleidenschaft gezogen.

In dem Ort wird mittlerweile die Entsorgung der vom Wasser zerstörten Möbel, Elektrogeräte und Teppiche zum Problem. Die Abfuhr dauere zu lange, beklagte die Landtagsabgeordnete Christa Matschl (CSU). Schon zwei Tage nach den Überschwemmungen würden immer mehr Ratten gesichtet, berichtete der Bürgermeister. Rund 10 000 Liter ausgelaufenes Öl wurden in Baiersdorf bislang aufgefangen. Spezialfirmen pumpten mit Öl belastetes Wasser aus den Kellern überfluteter Wohnhäuser ab. Die Arbeiten dürften noch mehrere Tage dauern, hieß es im Landratsamt Forchheim.

Die Bayerische Staatsregierung hat unterdessen den Unwetter-Opfern Soforthilfen bis zu 5000 Euro angekündigt. Dies soll aber ausschließlich für nicht versicherbare Schäden gelten, wie die Staatskanzlei am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München mitteilte. Private Haushalte sollen demnach zwischen 500 und 2500 Euro Hilfe erhalten.

Für hochwasserbedingte Öl-Schäden an Wohngebäuden will der Freistaat bis zu 5000 Euro zahlen. In ihrer Existenz bedrohte Bürger und Firmen sollen aus einem Härtefonds unterstützt werden.

Der Bahnverkehr auf der Strecke Erlangen-Forchheim hat sich am Dienstag wieder normalisiert. Dort hatten die Wassermassen ein Brückenfundament unterspült. Zahlreiche Regionalbahnen fielen aus. Allerdings dürfen die Züge den Bereich Baiersdorf auch weiterhin nur mit verminderter Geschwindigkeit passieren. Auch die Trinkwasserversorgung ist mittlerweile wieder sichergestellt. Bei der Sparkasse Erlangen wurde ein Spendenkonto (Kto.-Nr. 55555; BLZ: 763 500 00) eingerichtet. Das Geldinstitut stellte als Grundstock 75 000 Euro zur Verfügung.