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Unterricht über NS-Zeit:Knobloch gegen Schulplan

Zu wenig über Nazis: SPD, Grüne und der Zentralrat der Juden kritisieren den gestrafften Geschichtsunterricht in Bayern.

Im Ungestüm, die Lehrpläne an den Schulen zu ändern, handelt sich die bayerische Staatsregierung Ärger und Protest ein. Mit betroffen ist nämlich der Unterrricht über die Zeit des Nationalsozialismus.

Hat kein Verständnis für die Pläne des bayerischen Kultusministeriums: Charlotte Knobloch

(Foto: Foto: ddp)

Wie die SZ berichtete, sieht der Plan des Kultusministeriums von Ressortchef Siegfried Schneider (CSU) künftig 24 Schulstunden vor, die den Themenkomplex Nationalsozialismus behandeln. Der Stoff soll im gestrafften, achtjährigen Gymnasium (G8) den Schülern hauptsächlich in der Mittelstufe vermittelt werden.

In der Oberstufe, also in den zwei Jahren bis zum Abitur, sind nur noch sieben Schulstunden à 45 Minuten für die Weimarer Republik und ebenfalls sieben Stunden für den Nationalsozialismus vorgesehen - was bei Charlotte Knobloch auf völliges Unverständnis stößt: "Ich bin entsetzt über die Pläne der bayerischen Staatsregierung, dass der inhaltliche Schwerpunkt über diese Zeit auf die Mittelstufe der weiterführenden Gymnasien verlegt wird", sagte die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland zu sueddeutsche.de.

Die Münchnerin erlebte als Mädchen das Pogrom in der sogenannten "Reichskristallnacht" am 9. November 1938 in der Landshauptstadt und spricht als Zeitzeugin, so oft sie kann, selbst an Schulen. Ihre Gesprächspartner an Gymnasien kämen, so Charlotte Knobloch, stets aus der Oberstufe und nicht aus der Mittelstufe. "Es liegt auf der Hand, dass in der Oberstufe das Interesse und das Verständnis für geschichtliche Zusammenhänge größer ist als in der Mittelstufe."

Auch bei der Opposition im bayerischen Landtag lösen die Vorschläge aus Schneiders Haus verständnisloses Kopfschütteln aus. "Diese Kürzungen im Lehrplan sind Flickwerk", kritisiert Hans-Ulrich Pfaffmann, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, im Gespräch mit sueddeutsche.de. Bedauerlich sei, dass gerade der Geschichtsunterreicht betroffen sein soll, "weil Deutschland mit seiner problematischen Geschichte ein ganz wichtiges Feld ist".

SPD nennt Straffung "inakzeptabel"

Da es zudem immer weniger Zeitzeugen der schrecklichen Jahre unter der NS-Herrschaft gebe, sei der Geschichtsunterricht in der Schule "von noch größerer Bedeutung", so Pfaffmann. Deshalb sei es schlicht "inakzeptabel", wenn gerade am Fach Geschichte gekürzt werde.

"Auch hier zeigt sich, dass die Ganztagsschule einfach die bessere Alternative ist, weil dort auch mehr Zeit dafür bleibt, die wichtigsten Geschichtsdaten und -themen zu vermitteln", sagt der Sozialdemokrat und fordert: "Dazu brauchen wir aber die Bildungsmilliarde."

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie das Kultusministerium den neuen Unterrichtsplan verteidigt.

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