Süddeutsche Zeitung

Unterricht in Corona-Zeiten:Masken runter am Schulhof

Schutzpflicht in Klassenräumen bleibt, Koalition ist weiter uneins

Von Andreas Glas

Die Schülerinnen und Schüler in Bayern müssen auf dem Pausenhof und bei Wanderungen oder Exkursionen im Freien künftig keine Corona-Schutzmasken mehr tragen. Das hat Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Montag nach der Sitzung des Kabinetts bekanntgegeben. Diese Entscheidung sei jedoch "keine grundlegende Abkehr von der Maske", betonte Herrmann und auch "eigentlich keine Neuerung". Tatsächlich ist es so, dass die derzeit gültige Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Freistaats "auf dem Schulgelände" eine "Pflicht zum Tragen einer medizinischen Schutzmaske" vorschreibt. Allerdings findet sich in der Verordnung schon jetzt der Zusatz, dass die Maske im Außenbereich der Schulen "kurzzeitig" abgenommen werden darf. Dieser Zusatz wird nun in der Praxis offenbar großzügiger ausgelegt, als dies bisher kommuniziert wurde.

Zwischen den Regierungsparteien hat sich damit, wie erwartet, der zurückhaltendere Kurs von CSU-Ministerpräsident Söder durchgesetzt, der bereits am Montag gesagt hatte, dass es noch zu früh sei, die Maskenpflicht umfassend zu lockern. Die Freien Wähler wiederum hatten gefordert, die Pflicht nicht nur in den Außenbereichen der Schulen fallen zu lassen, sondern auch während des Unterrichts in den Klassenräumen. Kultusminister Michael Piazolo (FW) kündigte an, weiterhin auf die Lockerung der Maskenpflicht an Schulen zu drängen, da Schülerinnen und Schüler in der Pandemie "eine große Belastung hatten" und die Politik auf gerechte "Belastungsverteilung" zwischen den Generationen achten müsse.

Die SPD im Landtag fordert derweil ein Ende der bayernweiten FFP2-Maskenpflicht in allen Lebensbereichen. "Aus unserer Sicht können FFP2-Masken durch geprüfte OP-Masken ersetzt werden", sagte Fraktionschef Florian von Brunn. Er verwies darauf, dass Bayern in der Pandemie nicht besser dastehe als Bundesländer, in denen nur OP-Masken getragen werden müssen.

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Quelle:
SZ vom 16.06.2021
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