Unter Bayern:Philharmonie mit angeschlossenem Erlebnisbauernhof

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Nach jahrelangem Streit zeigten sich am Ende doch alle Beteiligten überaus zufrieden und glücklich mit der Wahl des Poschinger Weihers als Standort des künftigen neuen Münchner Konzerthauses. (Foto: Florian Peljak)

Zur feierlichen Eröffnung des neuen Münchner Konzerthauses 2034 tritt erstmals die Poschinger Staatskapelle auf. Unter dem Dirigat von Sir Simon Rattle bringt sie das Rondo Bavarese „Tolle Knolle“ zur Uraufführung.

Glosse von Roman Deininger

München, 5. Juli 2034. Mit einem großen Festakt ist das neue Münchner Konzerthaus feierlich eröffnet worden. „Die Poschinger-Weiher-Philharmonie ist ein Juwel für München und den ganzen Freistaat“, sagte die bayerische Ministerpräsidentin Michaela Kaniber (CSU) in ihrem Grußwort. Für sie sei das Projekt ein „kraftvolles Bekenntnis sowohl zur Hochkultur als auch zur familiengeführten Landwirtschaft“. Die Poschinger-Weiher-Philharmonie gilt als weltweit einziges Konzerthaus mit angeschlossenem Erlebnisbauernhof. „Ein Lernort auf Weltniveau, der es unserer Jugend ermöglicht, ein nüchternes Verhältnis zu Nutztieren zu entwickeln“, so Kaniber.

Zur Eröffnung trat erstmals die Poschinger Staatskapelle auf, die aus der Fusion der Münchner Philharmoniker mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks hervorgegangen ist. „München spricht musikalisch endlich mit einer Stimme“, sagte Kaniber: „50 Prozent Kosten, 100 Prozent Erlebnis.“ Unter dem Dirigat von Simon Rattle brachten die Poschinger das Rondo Bavarese „Tolle Knolle“ zur Uraufführung, eine Hommage an die bayerische Qualitätskartoffel, die Leslie Mandoki eigens für diesen Anlass komponiert hatte. „Ich würde uns allen eine Denkpause empfehlen“, sagte Rattle, bevor Sicherheitskräfte ihm von der Bühne halfen.

Bei den Besuchern kam der neue Konzertsaal sehr gut an. „Die Akustik ist phänomenal“, befand etwa der 59-jährige Markus B. aus Ramersdorf. „Es hat überhaupt nicht geschadet, dass wir auf eine westliche Außenwand verzichtet haben. Hier kommen Klima und Kultur de luxe zusammen.“ In der Pause nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, sich in den „Hängenden Gärten“ der Philharmonie am Heumachen und Kuhmelken zu versuchen. Hervorragend besucht war auch der Workshop „Ei, Ei, Ei – wer gackert da?“, persönlich geleitet von Landwirtschaftsministerin Katharina Schulze (Grüne).

Im zweiten Teil präsentierte als Überraschungs-Act Bundespräsident Markus Söder (CSU) ein vierstündiges Soloprogramm mit dem Titel „Meine 101 liebsten Seemannslieder und Shantys“. Zunächst hatte es geheißen, dass Söders Programm 202 Songs umfassen soll. „Die Redimensionierung hat dem Ganzen gutgetan“, sagte Söder nach seinem Auftritt. Eine Sprecherin des Bundespräsidialamts bestätigte, dass der Bundespräsident im August zehn Konzerte als Artist in Residence in der Poschinger-Weiher-Philharmonie geben wird.

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