100. Geburtstag der CSU-Ikone Rundfunk im Namen des Strauß

Die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß sind im vollen Gange - auch im Bayerischen Rundfunk. Doch es gibt Versäumnisse.

Von Franz Kotteder

Historische Ereignisse von Weltformat sind dem Bayerischen Rundfunk immer mal wieder ein paar Sendereihen oder Thementage wert. Der Jahrestag der Schlacht von Waterloo oder das Ende des Zweiten Weltkriegs zum Beispiel. Und dieser Tage natürlich: der 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß.

"Sie können mich nicht stoppen, ich bin schon da!", wurden die bayerischen Hörer in dieser Woche bereits zum Frühstück aus dem Radio angebelfert, danach folgten allfällige Ergebenheitsadressen christsozialer Amtsinhaber. An diesem Samstag kulminierten die Feierlichkeiten nun in einem achtstündigen Marathonabend des Bayerischen Fernsehens.

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Das alles soll freilich noch ein Nachspiel haben. Wie man uns gesteckt hat, wird Intendant Ulrich Wilhelm am Montag ein gewaltiges Donnerwetter über seine Redaktion niederfahren lassen. Einige Minuten aus Strauß' Leben, so heißt es, hätten im gesamten Sendungsangebot keinerlei Widerhall gefunden. Und dann seien gar noch einige linksradikale Liliputaner im Geiste aus ihren Rattenlöchern gekrochen, wie es der Große Vorsitzende wohl formuliert hätte, und hätten wieder einmal Petitessen wie die Lockheed- oder die Onkel-Aloys-Affäre thematisiert. Ganz klar: "Blühender Blödsinn!", um mit Strauß zu sprechen.

Und dann, grobe Fehlplanung, ist aus dem geplanten abendfüllenden Strauß-Spielfilm, der Hollywood-Ansprüchen hätte genügen sollen, leider doch nichts mehr geworden. Es war nicht gelungen, Hauptdarsteller Mickey Rourke rechtzeitig entsprechend herauszufüttern. Auch gab es Probleme mit dem Drehbuch: Die Vorlage von Volksdichter Helmut Zöpfl ("Geh weiter, Zeit, bleib steh") war leider zu Strauß-kritisch geraten.

Doch es besteht Hoffnung, dass diese Scharten eines Tages doch noch ausgewetzt werden: In drei Jahren ist schließlich der 30. Todestag von Strauß.

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