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Unter Bayern:Die G 7 ziehen um

Nicht wahr, oder? Der G-7-Gipfel in Bayern wird kurzfristig von Schloss Elmau an einen neuen Veranstaltungsort verlegt - an eine Autobahnraststätte in Franken. Der Grund für die Verlegung ist unklar. US-Geheimdienste haben jedoch schon eine Vermutung.

München, 22. Mai. Der G-7-Gipfel in Bayern wird kurzfristig von Schloss Elmau an einen neuen Veranstaltungsort verlegt. Das Bundeskanzleramt gab am Freitag bekannt, das Treffen der Staats- und Regierungschefs werde nun am 7. Juni an der Autobahnraststätte Frankenwald-Ost stattfinden. "Mit der originellen Brückenarchitektur des Rasthauses kann sich Deutschland seinen Gästen von der besten Seite präsentieren", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Gipfel wird um einen Tag verkürzt

Das Brückenrasthaus Frankenwald verfügt über ein Selbstbedienungs-Restaurant mit 250 Plätzen, dazu kommen 20 Stühle auf einer Außenterrasse. "Wir sind deshalb zuversichtlich, den G-7-Gipfel neben dem normalen Betrieb abwickeln zu können", teilte der Raststätteninhaber mit. Allerdings habe man den Gipfel, der eigentlich zwei Tage dauern sollte, auf einen Tag verkürzen müssen: "Am 8. Juni haben wir schon den Fernfahrer-Stammtisch hier."

Bei der Übernachtung kooperiert die Raststätte mit dem Gasthof Dippold im nahen Köditz, wo sich die Staats- und Regierungschefs komfortable Doppelzimmer mit Dusche/WC, TV-Gerät und Haartrockner teilen. Das offizielle Motto der Zusammenkunft lautet jetzt: "Die Welt zu Gast bei Franken".

Seehofer kündigt weitere Planänderung an

Der Grund der Verlegung ist noch unklar. US-Geheimdienste gehen aber davon aus, dass der Gipfel im Zuge einer großen Behördenverlagerung in Bayern diskret mitverlagert wurde. Ein Sprecher von US-Präsident Obama sagte, Militärexperten hätten den neuen Zielflughafen Hof-Plauen bislang leider nicht auf Satellitenbildern lokalisieren können.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kündigte noch eine weitere Planänderung an: Der G-7-Gipfel werde wieder in G-8-Gipfel umbenannt. Es ist aber nicht Russland, das in den elitären Kreis zurückkehrt. "Bayern kann am eigenen Herd nicht einfach nur Gast sein", so Seehofer. Er sei sehr wohl in der Lage, Weltpolitik zu machen: "Ohne Kompromiss bei der Stromtrasse wird kein Obama das Rasthaus verlassen."

Kanzlerin Merkel sagte, "ob da Herr Putin oder Herr Seehofer mit am Tisch sitzt, das ist nun auch schon egal". Auf Seehofers Bitte werden die Staatschefs während ihres Aufenthalts Pins mit der Aufschrift "Our Olympic Dream: Ingolstadt 2028" tragen.

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Quelle:
SZ vom 23.05.2015/bica
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