Die Landtagsfraktionen von CSU und Freien Wählern wollen in Bayern einen „Uniformtag“ für Einsatzkräfte. Mit einem Dringlichkeitsantrag der beiden Fraktionen im Landtag soll die Staatsregierung zur Einführung aufgefordert werden, wie aus der Vorlage hervorgeht.
„Künftig sollen Einsatzkräfte an einem ausgewählten Tag auf freiwilliger Basis und nach Rücksprache mit ihrem Arbeitgeber in ihrer jeweiligen Uniform am Arbeitsplatz erscheinen können“, erklärt der kommunalpolitische Fraktionssprecher der Freien Wähler Roland Weigert. „Ziel ist es, über den visuellen Effekt das Engagement in der Gesellschaft zu stärken“, sagt sein Fraktionskollege Bernhard Pohl. „Als Vorbild dient uns der Uniform-at-Work-Day in Skandinavien.“
Laut Antrag richtet sich der Uniformtag an ehrenamtlich wie hauptamtlich tätige „Kräfte der Feuerwehren, der freiwilligen Hilfsorganisationen sowie des Landesverbands Bayern im Technischen Hilfswerk, die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, insbesondere deren Reservisten, sowie solidarisch unterstützend an weitere uniformtragende Kräfte etwa der Polizei oder im Justizvollzugs- bzw. Justizwachtmeisterdienst.“ Die meisten hauptamtlichen Einsatzkräfte dürften ihre Uniformen aber ohnehin am Arbeitsplatz tragen.
FW-Politiker Weigert nannte in der Debatte im Landtag Beispiele: Etwa, dass ein Frisör, der Reservist bei der Bundeswehr sei, an dem Tag in Flecktarn Haare schneide; dass ein Verkäufer seine THW-Kluft trage oder eine Lehrerin die Feuerwehruniform. Zuspruch kam von Florian Siekmann (Grüne), zur Wertschätzung gehöre Sichtbarkeit, sagte er.
Die Kräfte etwa im Katastrophenschutz bräuchten aber auch strukturelle Verbesserungen. „Öffentlichkeitsarbeit alleine ersetzt keine politische Krisenvorsorge.“ Dieter Arnold (AfD) sah indes „eine PR-Aktion“, der Vorstoß stehe nicht im Einklang mit geltenden Dienstvorschriften. Gegen die Stimmen der AfD und auch der SPD beschloss der Landtag den Appell. Umsetzen müsste die Idee aber nun die Staatsregierung.

