Uni Eichstätt Bischof wirft Kanzler Verfehlungen vor

Der Streit geht weiter: Nachdem Bischof Gregor Maria Hanke den Kanzler Gottfried Freiherr von der Heyde vor die Tür gesetzt hat, wirft er ihm nun eine fehlerhafte Amtsführung vor.

Nachdem er Kanzler Gottfried von der Heydte mit sofortiger Wirkung beurlaubt hat, reicht Bischof Gregor Maria Hanke jetzt die Gründe nach: Er habe "konkrete Anhaltspunkte für eine nicht durchgängig sach- und fachgerechte" Tätigkeit von der Heydtes. An der Universität Eichstätt scheine es Unregelmäßigkeiten in der Wirtschafts- und Personalverwaltung gegeben zu haben.

Es habe an der erforderlichen Transparenz hochschulinterner Vorgänge gefehlt, kritisiert Bischof Gregor Maria Hanke.

(Foto: Foto: ddp)

Nähere Details zu den Vorwürfen wollte der Bischof aber nicht nennen. Allerdings bedauerte er, dass es gegenüber den an der Hochschule tätigen Wissenschaftlern "offensichtlich an der notwendigen und erforderlichen Transparenz der hochschulinternen Abläufe und Fakten gefehlt hat".

Von der Heydte war vier Wochen vor dem Amtsantritt von Bischof Hanke zum 1. November 2006 unbefristet zum Kanzler bestellt worden. Am Montag wurde er überraschend mit sofortiger Wirkung vom Dienst beurlaubt.

Hanke hatte als Vorsitzender des Stiftungsrates der Uni Wirtschaftsprüfer engagiert, die nun die Universität durchleuchten und für die nötige Transparenz sorgen sollen. Ihre Aufgabe sei es, "die Geschäfts- und Kassenführung einschließlich der Haushalts- und Wirtschaftsführung sowie die damit zusammenhängenden internen Prozesse und Abläufe auf ihre Ordnungsgemäßheit hin zu prüfen", sagte Hanke.

An der einzigen katholischen Universität Deutschlands gibt es bereits seit Monaten Personalquerelen. Bischof Hanke weigerte sich, den ordnungsgemäß gewählten neuen Uni-Präsidenten Ulrich Hemel im Amt zu bestätigen. Eine neue Wahl ist nun für Anfang 2009 vorgesehen. Bis dahin wird die Hochschule kommissarisch von den zwei Professoren Rudolf Fisch und Gert Melville geleitet.