Uni-Atlas Bayern:Kaum noch Mietschnäppchen für Studenten in Bamberg

Wohnungsschlüssel mit Airbnb-Anhänger

Die Preise für Wohnungen sind in auch Bamberg in den letzten Jahren gestiegen.

(Foto: dpa)

In der Statistik der Studentenwerke rangiert Bamberg zwar bundesweit im Mittelfeld, doch die klassische Ein-Zimmer-Wohnung geht auch hier teils auf die 500-Euro-Marke zu.

Von Johann Osel

Eine schöne Wohnung im Herzen Bambergs, das verheißt die Ausschreibung, für 250 Euro im Monat oder weniger. Mitzubringende Eigenschaft: "Kommunikativ, offen und hilfsbereit sein." Die Unterkunft ist im Haus einer älteren Dame, und die Offerte ist Temil des Projekts "Wohnen für Hilfe". Im Gegenzug für die bezahlbare Miete soll der Student im Haushalt anpacken oder einfach Gesellschaft leisten. Vom Betrag zieht die Dame noch geleistete Arbeitsstunden ab. Andere vermieten gleich gratis, Faustregel: eine Stunde Arbeit pro Quadratmeter. Eine gute Idee, die in mehreren Uni-Städten mit Wohnungsmangel und steigenden Mietpreisen zu finden ist. In diese Kategorie schlittert Bamberg gerade hinein.

Die Uni wächst, inzwischen sind es 13 500 Studenten, nicht lang her, da war man im einstelligen Tausenderbereich. Folge: Die klassische Ein-Zimmer-Wohnung mit Mini-Bad und Küchenzeile geht teils auf die 500-Euro-Marke zu, WG-Zimmer kosten schon mal 300 Euro.

Noch vor ein paar Jahren war das anders, sagen Absolventen, da hätten WG-Studenten so viel bezahlt für ihre Bude wie Münchner für einen Auto-Stellplatz. Wer heute die Ansprüche flach hält, kann aber noch Schnäppchen finden, an den Ausfallstraßen in Häusern, denen man ihr Baujahr ansieht.

In der Statistik der Studentenwerke rangiert Bamberg zwar bundesweit im Mittelfeld, die durchschnittlichen Mietausgaben liegen unter 300 Euro. In die Daten fließen aber auch Studenten ein, die bei den Eltern wohnen, für lau. Die Stadtverwaltung nennt den Mietmarkt "angespannt, trotz reger Bautätigkeit kaum Entlastung". Etwa auf dem jüngsten Campus, dem Gelände einer früheren Baumwollspinnerei, entstanden neue Studentenwohnungen.

Günstig wie gefragt sind die Wohnheime, das Zimmer vom Studentenwerk gibt es für 200 bis 250 Euro. Heime unterhält etwa auch die Stiftung des Erzbistums. Wenn man Glück hat, residiert man dort, wo andere Urlaub machen. Von der Anlage Obere Mühlen aus blicken Bewohner auf das berühmte Brückenrathaus.

Große Hoffnungen setzte Bamberg in die US-Kaserne, doch die große Politik stand im Wege. Als 2014 die Amerikaner das Areal verließen, dachte man im Rathaus an Platz für Wohnungen, Kultur, Firmen - Stadtentwicklung also. Nun steht auf dem Gelände ein Zentrum für Asylbewerber mit geringer Bleibechance, dazu wird die Bundespolizei eine Akademie für Tausende junge Beamte eröffnen. Da ist kaum noch Platz für Wohnungen.

© SZ vom 09.06.2016/bica
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