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Umweltstudie:Mikroplastik in allen süddeutschen Flüssen

Nicht nur in den bayerischen Flüssen treibt Mikroplastik im Wasser. Sondern in allen süddeutschen Flüssen. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie, die jetzt das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) zusammen mit den Umweltämtern in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz veröffentlicht hat. In Bayern wurden dafür die Donau, die Altmühl, die Isar und der Inn auf Mikroplastik - also auf Plastikpartikel, die kleiner sind als fünf Millimeter - untersucht. In allen wurde welches nachgewiesen. Aber nicht nur das. Die Konzentration der Partikel steigt laut Studie im Verlauf der Gewässerstrecke zum Teil drastisch an. Nur ein Beispiel: In der Donau bei Ulm wurden 9,8 Partikel je Kubikmeter Wasser nachgewiesen. Bei Kelheim waren es 37,7 Partikel und bei Deggendorf 150,8 Partikel. Das ist zugleich der höchste Wert in Bayern, der bei der Untersuchung gemessen wurde. Das dritte wichtige Ergebnis: Das sogenannte kleine Mikroplastik II - das sind Partikel, die kleiner sind als 0,3 Millimeter - macht den Löwenanteil der Belastung aus. In den Proben von Donau, Altmühl und Isar betrug sein Anteil nahezu 100 Prozent. Nur im Inn wurden einzelne Proben mit deutlich geringeren Konzentrationen gezogen. Für Naturschützer ist Mikroplastik die "unsichtbare Gefahr". Die Partikel gelangten letztlich in die Meere, wo sich an ihnen Gifte anreichern würden und die Fischwelt gefährdeten, warnen sie. Auch das LfU warnt vor Mikroplastik. Zwar fehlten bisher Untersuchungen über die Auswirkungen auf Binnengewässer, sagt ein Sprecher. Aber im Sinne des Vorsorgeprinzips sollten schnell Maßnahmen gegen die Einträge ergriffen werden, damit die Belastung nicht weiter ansteigt. Schließlich seien die winzigen Partikel extrem langlebig, sie bauten sich nur sehr langsam ab.