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Umweltminister reaktiviert Berater-Gremium:Klimarat mit neuen Mitgliedern

Der Klimarat der Staatsregierung fristet meist ein eher stilles Dasein. Die vergangenen zwei Jahre hat er sogar nur kommissarisch amtiert, seine letzte Amtszeit endete offiziell bereits 2019. Doch jetzt hat Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) das Gremium, das die Klimaschutzpolitik des Freistaats fachlich begleitet und laut Staatsregierung "zukunftsweisende Vorschläge und Ideen für eine nachhaltige bayerische Klimapolitik einbringen soll", neu installiert. Mitglieder bleiben weiterhin der Physiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch, der an der LMU München lehrt, die Leiterin des ifo-Zentrums für Energie, Klima und erschöpfbare Ressourcen, Karen Pittel, und Jörg Völkel, der an der TU München über den Globalen Wandel und zur Veränderung von Landschaften durch Klima und Landnutzung forscht. Neu im Beirat sind die Geschäftsführerin der Andechser Molkerei, Barbara Scheitz, die sich für eine klimafreundliche Landnutzung engagiert, Marcus Steuerer von der Infra Fürth GmbH, der als Experte für kommunale Energieversorgung gilt, und Johannes Gnädinger von der Prof.-Schaller-Umweltconsult GmbH, die im kommunalen Klimaschutz tätig ist. "Der Klimabeirat ist unser wissenschaftlicher Kompass in Zeiten des Klimawandels", sagte Glauber. "Wir setzen auf ein interdisziplinäres Team aus hochkarätigen Persönlichkeiten." Klimaschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die drei neuen Mitglieder sollen laut Glauber "die Perspektiven des Mittelstandes und der Kommunen einbringen". In seiner ersten Sitzung hat sich der Klimarat mit der Weiterentwicklung der Klimaoffensive des Freistaats befasst. Sie wird zumindest bisher von einigen Mitgliedern des Gremiums kritisch gesehen. So nannte Johannes Gnädiger Glaubers Maßnahmenpaket für den Klimaschutz in einer Landtagsanhörung "eine ziemlich wilde und vielleicht auch ambitionierte, aber dennoch unsortierte Sammlung von Einzelbeiträgen". In der gleichen Veranstaltung kritisierte Karen Pittel, dass im bayerischen Klimaschutzgesetz ein Monitoring und eine Nachsteuerung fehlten, falls die dort formulierten Ziele verfehlt würden.

© SZ vom 19.03.2021 / cws
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