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Umwelt:Regierung plant Auwald-Schutzgebiet

Bayern soll ein neues Auwald-Schutzgebiet bekommen. Entsprechende Pläne kündigte Agrarministerin Michaela Kaniber bei der Vorstellung des Jahresberichts der Bayerischen Staatsforsten an. Das Schutzgebiet soll eine Fläche von zehn Quadratkilometern entlang der Donau zwischen Lechmündung und Neuburg umfassen. Diese Waldgebiete in der Region sollen nicht mehr bewirtschaftet werden, das Betreten bleibe jedoch erlaubt. "Wir geben diese wertvollen Auwälder einfach der Natur zurück", sagte Kaniber am Freitag. Der Streifen entlang der Donau galt als Anwärter für einen dritten Nationalpark, den der frühere Ministerpräsident Horst Seehofer vorantreiben wollte. Die Pläne für die Ausweisung wurden jedoch fallen gelassen.

Der Klimawandel kommt die bayerischen Staatsforsten teuer zu stehen. Trockenheit, Stürme, Schneebruch und Borkenkäfer haben den mit mehr als 8000 Quadratkilometern Fläche größten deutschen Forstbetrieb heuer 80 Millionen Euro gekostet. Das sagte Vorstandschef Martin Neumeyer. Der Gewinn ist deswegen auf knapp über null geschrumpft. Kaniber sprach von "extrem schwierigen Rahmenbedingungen".

Forstfachleute sehen einen direkten Zusammenhang zwischen den Waldschäden und der globalen Erwärmung: Die Sommer in Bayern sind in den vergangenen Jahrzehnten wärmer und trockener geworden, Wetterextreme häufen sich. Wärme und Trockenheit bieten den Borkenkäfern beste Bedingungen. Sie vermehren sich seit einigen Jahren stark und bringen Fichten zum Absterben. "Der Klimawandel ist im Wald angekommen", sagte Neumeyer. "Der Holzmarkt ist extrem überlastet. Es ist viel zu viel Schadholz auf dem Markt." Die Folge ist Preisverfall. Abgesehen von den Fichten sind mittlerweile auch andere Baumarten in Mitleidenschaft gezogen, vor allem Buchen und Kiefern.