Umstrittenes Projekt Söder: Keine Skischaukel am Riedberger Horn

Das Riedberger Horn im Oberallgäu liegt mitten in einer strengen Schutzzone, in der jede neue technische Erschließung ausgeschlossen ist.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Auf den Bau des umstrittenen Projekts wird nach Aussage des Ministerpräsidenten für mindestens zehn Jahre verzichtet. Stattdessen soll ein naturnahes Tourismuskonzept umgesetzt werden.

Der umstrittene Verbindungslift am Riedberger Horn wird erst mal nicht gebaut. "Auf die Skischaukel wird verzichtet für mindestens zehn Jahre", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag in München.

Zuvor hatte er mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein und dem Oberallgäuer Landrat Anton Klotz (CSU) über das überraschende Aus des Projektes beraten. Stattdessen soll für rund 20 Millionen Euro ein neues, naturnahes Tourismuskonzept in der Region umgesetzt werden."Unser Ziel war es, wieder Ruhe und Frieden am Riedberger Horn zu schaffen", sagte Söder.

Ihm sei es wichtig, dass die strukturell schwache Region Möglichkeiten erhalte, um sich weiterzuentwickeln. Daher werde am Riedberger Horn ein "Zentrum Naturerlebnis Alpin" entstehen. Zudem soll es mehr Förderungen für den Wintersport geben und die beiden Orte zu Pilotgemeinden für umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr im Alpenraum werden. Statt mit der Liftanlage sollen Elektrobusse die Skifahrer und Touristen zu den verschiedenen Pisten bringen.

"Politik ist die Kunst des machbaren", sagte Landrat Klotz. Daher habe man erkennen müssen, dass die Skischaukel aus emotionalen Gründen nicht umsetzbar gewesen sei. Das neue Projekt werde dem ganzen Oberallgäu helfen.

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