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Umstrittener Ausbau:Widerspruchsfrist für Brennerzulaufgleise

Beim umstrittenen Ausbau der deutschen Zulaufgleise zum Brennerbasistunnel können die möglicherweise betroffenen Bürger und Kommunen bis 24. Juli in aller Form ihre Einwände einbringen. So lange läuft die Frist im Raumordnungsverfahren, das die Regierung von Oberbayern am Freitag eingeleitet hat. Dabei prüft sie die fünf von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und der Deutschen Bahn 2019 vorgestellten Grobtrassen durch das bayerische Inntal und den Raum Rosenheim. Unter anderem geht es dabei um die Auswirkungen auf die Anwohner, den Landschaftsschutz und die Landwirtschaft und damit um Punkte, die inzwischen 18 Bürgerinitiativen gegen das Projekt ins Feld führen. Anders als diese halten der Bund und die Bahn zwei zusätzliche Gleise auf einer neuen Trasse langfristig für notwendig, um mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern. Die Bahn-Planer wollen aus ihren fünf Varianten bis Ende des Jahres eine konkrete Trasse machen, für die dann noch ein Planfeststellungsverfahren sowie eine Entscheidung des Bundestags nötig wären. Mit fertigen Gleisen ist nicht vor 2038 zu rechnen - zehn Jahre nach der geplanten Fertigstellung des Brennerbasistunnels zwischen Innsbruck und Südtirol. Allerdings drohen auch beim Tunnelbau Probleme. Laut einem Bericht des österreichischen Rechnungshofs ist das europäische Großprojekt noch mit etlichen Risiken behaftet, welche die Eröffnung bis 2030 verzögern könnten.

© SZ vom 30.05.2020 / kpf

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