Treuchtlingen:Niedermoor illegal entwässert - Naturschützer stellen Strafanzeige

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Der Baggerfahrer hat die Gräben teilweise direkt neben Schildern vertieft, auf denen Informationen über das Naturschutzgebiet stehen. (Foto: dpa)

Schon wieder Naturfrevel in Bayern: Bei Baggerarbeiten wird ein ökologisch wertvolles Moor nahe des fränkischen Naturschutzgebietes Schambachried massiv beschädigt.

Nahe des fränkischen Naturschutzgebietes Schambachried (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) ist es durch nicht sachgerechte Entwässerungsmaßnahmen zu Schäden an einem ökologisch wertvollen Moor gekommen. Die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis habe die Entwässerungsarbeiten nahe der Stadt Treuchtlingen unterbunden und Gegenmaßnahmen eingeleitet, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Der Bund Naturschutz (BN) erklärte, man habe eine Anzeige nach dem Umweltschadensgesetz erstattet.

Auftraggeber der Baggerarbeiten sei die Stadt Treuchtlingen gewesen. Der Baggerfahrer habe die Gräben teilweise direkt neben Schildern vertieft, auf denen Informationen über das Naturschutzgebiet stehen. Ein solches Verhalten sei unverständlich, hieß es vom BN.

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Niedermoore wie im Schambachried gelten nicht nur als wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern auch als wichtige Kohlendioxid-Speicher im Kampf gegen den Klimawandel.

Nach Angaben des Landratsamtes war es unmittelbar angrenzend an das Naturschutzgebiet Schambachried sowie das Flora-Fauna-Habitat (FFH) Schambachried zu Baggerarbeiten an naturnahen Bächen und Gräben gekommen. "Die naturschutzfachliche Prüfung ergab, dass die Maßnahmen eine entwässernde Wirkung haben und somit zu einer Zerstörung von ökologisch wertvollen Biotopflächen, zu einer erheblichen Beeinträchtigung des FFH-Gebietes Schambachried als wertvoller Feuchtbiotopkomplex und zu einem massiven Eingriff in das Niedermoor führen", heißt es in der Mitteilung des Landkreises. Die Behörde ordnete an, die Baggerarbeiten umgehend einzustellen und die ausgebaggerten Stellen mit Erde zu verschließen. Es sei jedoch festgestellt worden, dass noch weitere Arbeiten notwendig seien, um die Schäden zu beseitigen.

Nach Darstellung des BN waren mit typischer Feuchtvegetation bewachsene Gräben ausgebaggert und vertieft worden und große Weiden mit Wurzelstöcken herausgerissen worden. Der Grundwasserstand im Moor war bereits um etwa 20 Zentimeter abgesunken.

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