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Treffen von Seehofer und Kretschmann:Biergartentreff ohne großes Trara

Die Dreierkette

Dabei formiert sich im defensiven Mittelfeld schon ein Trio, das das Spiel von hinten aufrollen will: eine Dreierkette aus SPD, Grünen und Freien Wählern könnte 2013 an die Macht stürmen und die CSU auf die Ersatzbank schicken. Das Problem dabei: SPD-Spielführer Markus Rinderspacher hätte gern ein möglichst festgefügtes Dreierbündnis, doch da ziehen Grüne und Freie Wähler nicht so richtig mit. Vom groß angelegten "Oppositionsgipfel" war auf SPD-Seite schon die Rede, das sieht Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause deutlich defensiver: "Wir setzen uns mal in kleiner Runde auf ein Bier zusammen."

Eher einen Biergartentreff ohne großes Trara hat auch der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, im Auge. Und selbst das ist nicht sicher: Aiwanger fürchtet, dass ihn eine zu rasche und zu klare Orientierung hin zu Rot-Grün bei der eigenen konservativen Stammwählerschaft Punkte kostet. Darüber hinaus will er sich die Option auf eine Koalition mit der CSU offen halten.

Die Grünen dagegen spielen vor allem auf Zeit: "Ein Oppositionsbündnis ist jetzt einfach verfrüht", sagt Bause. "Bis 2013 kann noch so viel passieren." Rinderspacher beäugt die Grünen daher etwas skeptisch, vor allem wenn sie anerkennen, dass in der CSU die Dinge in Bewegung geraten sind. Das hat auch Bause festgestellt. Rinderspacher: "Es wundert mich, dass die Grünen, die sich ja als Premium-Opposition verstehen, die Unterschiede nicht deutlicher herausarbeiten."

Die liberale Defensive

Auch wenn FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil immer behauptet, so gut wie nichts könne seinen Puls in die Höhe treiben: Die Liberalen geraten jetzt schon ganz schön ins Schwitzen. Sollten sich die Umfragewerte nicht bessern, werden sie um den Wiedereinzug in den Landtag spielen müssen. Anders als die CSU würden sie ja gerne ihre Erfolge in Bayern gemeinsam mit den Christsozialen vermarkten und zeigen: Schwarz-Gelb ist gar nicht so schlecht für Bayern. Aber die FDP weiß, dass die CSU daran kein Interesse hat.

Die Liberalen sind in der Defensive. Jetzt hat Landeschefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mal behutsam bei der SPD angeklopft und macht dort auf gut Wetter. Das soll die CSU ein bisschen ärgern und der SPD ein bisschen schmeicheln. Aber beide springen nicht so richtig darauf an, im Moment will niemand gerne mit der FDP spielen, auch SPD-Fraktionschef Rinderspacher nicht. Der legt Wert darauf, der Treff mit Leutheusser-Schnarrenberger sei ein reines Gespräch über Fachfragen: "Weil ich wirklich nicht davon ausgehe, dass die FDP noch im nächsten Landtag sitzt."

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