"Halli-Galli"-Star kandidiert für Bürgermeisterwahl "Mehr Glanz und Gloria"

Skurrile Bürgermeisterwahl in Zwiesel: Neben einem Ex-CSUler, der für die Grünen antritt, meldet jetzt auch die Entertainerin Gloria Gray ihren Anspruch auf den Rathaussessel an.

Von Max Hägler

Nun also auch Gloria Gray. Die Entertainerin, die als eine ihrer Qualitäten die Maße 115-65-100 angibt und durch die Sat-1-Show "Halli Galli" bekannt wurde, will Bürgermeisterin in ihrer Heimatstadt Zwiesel werden. Damit wird die Wahl am 30. Januar in der Glasmacherstadt im Bayerwald endgültig zum Spektakel.

Schrill und schräg: Gloria Gray will in die Politik - um in ihrem Heimatort Zwiesel "unentdecktes Potential" zu wecken.

(Foto: Catherina Hess)

Denn es gibt bereits eine Bewerbung, die im ganzen Land beobachtet wird: Für die Grünen geht Thomas Müller ins Rennen, der bislang CSU-Politiker war und das nahe gelegene Bayerisch Eisenstein als Bürgermeister führt. Und dann gibt es natürlich noch Kandidaten unter anderem von SPD, CSU und der Linken.

Wie Grünen-Kandidat Müller setzt auch Gray auf modernen Wahlkampf: Per Facebook-Nachricht lud sie ein zur Nominierungsveranstaltung an diesem Mittwoch. Parteigebunden ist sie nicht, aber dafür gut vernetzt im Ort, den sie einst mit 18 Jahren fluchtartig verließ.

Damals war Gloria noch ein junger Mann, der dann in München das andere Geschlecht auslebte - und schließlich komplett zur Frau wurde. Es wurde auch zu einer künstlerischen Befreiung. Gray trat oft im Varieté am Platzl in München auf, spielte in einem Film von Joseph Vilsmaier, wurde in den USA als Entertainerin gebucht.

Zwiesel sei eigentlich eine perfekte Heimat, an gute Luft und eine behütete Kindheit erinnert sie sich. Aber irgendwann, als Körper und Seele auseinandergingen, sei es nur noch Gefängnis gewesen. Im Frühjahr kehrte Gray trotzdem wieder zurück und machte aus einem alten Pferdestall des Freiherrn von Poschinger das "Café Gloria" samt Kleinkunstbühne. Zwiesel habe in allen Feldern noch viel unentdecktes Potential, sagt sie. Die Stadt könne "mehr Glanz und Gloria" vertragen. Das wolle sie herauslocken.