bedeckt München 30°

Traunstein:Fünf Jahre Haft für tödliche Schlägerei im Gefängnis

Urteil im Prozess um Totschlag im Gefängnis

Die Justizvollzugsanstalt in Bernau am Chiemsee: Hier ist ein Häftling nach einem Streit zu Tode gekommen.

(Foto: dpa)

Nach dem Tod eines Häftlings im Gefängnis Bernau am Chiemsee spricht das Landgericht Traunstein sein Urteil gegen einen Mithäftling. Der genaue Tathergang bleibt aber unklar.

Nach dem Tod eines Häftlings im Gefängnis Bernau am Chiemsee ist ein 49-Jähriger vom Landgericht Traunstein zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach den Mann am Mittwoch der vorsätzlichen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig, wie ein Sprecher des Gerichts mitteilte.

Der Vorsitzende Richter zeigte sich bei der Urteilsverkündung "befremdet" über die widersprüchlichen Zeugenaussagen der Häftlinge angesichts der Tatsache, dass ein Mensch zu Tode gekommen war. Dies habe die Beweisfindung äußerst schwierig gemacht. Dennoch kam das Gericht zu dem Schluss, dass der angeklagte Mann in Angriffs- und nicht Verteidigungshaltung gehandelt habe, als sein Kontrahent zu Tode kam.

Vorwurf des Totschlags ließ sich nicht halten

Die Verteidiger des Angeklagten hatten argumentiert, der 49-Jährige habe zum Teil in Notwehr gehandelt und sich lediglich einer versuchten gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht. Die Staatsanwaltschaft sah hingegen eine Körperverletzung mit Todesfolge und versuchten Totschlag und forderte zehn Jahren Haft.

Der Mann war wegen Totschlags angeklagt. Dieser Vorwurf ließ sich aufgrund der Beweislage jedoch nicht halten. Die Verteidiger des Mannes hatten bereits die polizeilichen Ermittlungen als "defizitär" bezeichnet. Was genau vorgefallen war, konnte auch im Prozess nicht geklärt werden.

Fest steht, dass der Streit mit gegenseitigen Beleidigungen der beiden Männer begonnen hatte. Im August 2019 war es während eines Hofgangs zu einer Schlägerei gekommen, an dessen Ende der Häftling tödliche Hirnverletzungen erlitt.

© SZ.de/dpa/aner
Prozessbeginn Mordfall Maria Baumer

SZ Plus
Kriminalfall
:Spuren eines Mordes

An einem Spätsommertag 2013 finden Pilzsammler im Wald einen entstellten menschlichen Schädel und weitere Knochenreste. Sie stammen von der 26-jährigen Maria Baumer. Ihr ehemaliger Verlobter steht nun wegen Mordes vor Gericht.

Von Johann Osel

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite