Tiergarten Nürnberg Geheimsache Vera

Gerüchte um Vera: Seit die Eisbärendame Besuch von Flockes Vater hatte, verhält sie sich merkwürdig. Jetzt erwartet der Tiergarten ein weiteres Eisbärenbaby.

Von Olaf Przybilla

Felix war wieder in Nürnberg. Der gebürtige Wiener genießt einen guten Ruf in Franken. Denn Felix ist der Vater von Flocke, der inzwischen 75 Kilogramm schweren Jung-Eisbärin aus dem Nürnberger Tiergarten.

Das Eisbärenjunge Flocke bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im April 2008 im Nürnberger Zoo.

(Foto: Foto: ddp)

Felix hält sich dieser Tage in Dänemark auf, in eindeutiger Mission. Zuvor aber soll er seine Rolle als Heimkehrer in Franken ganz vortrefflich gegeben haben. So jedenfalls erzählen es die Pfleger im Nürnberger Tiergarten. Im Frühjahr deckte Felix dort Vera, die Mutter von Flocke. Neun Monate später hat der Tiergarten für den heutigen Donnerstag eine Pressekonferenz anberaumt. Welchen Inhalts? Er sage dazu kein einziges Wort, erklärt Zoovize Helmut Mägdefrau.

In der Geheimsache Vera dringt vorerst nur so viel über die Zäune des Zoos: Vera soll sich irgendwie merkwürdig verhalten. Zwar könnte es sein, dass sich die Bärendame schlicht auf den Winter vorbereitet. Aber die Art, wie sie am Nest arbeitet, wird von den Pflegern als ein Zeichen gedeutet.

Mittlerweile haben sie Mikrophone in Veras Höhle eingebaut. Auch Kameras, die im letzten Jahr fehlten. Diesmal soll alles kontrolliert werden - denn beim letzten Wurf von Vilma, der früheren Nürnberger Nachbarin von Vera, war plötzlich der Nachwuchs verschwunden. Vermutlich hatte ihn Vilma verspeist.

Und noch etwas ist diesmal anders in Nürnberg. Die Plattform vor dem Eisbärengehege haben die Tierpfleger gerade vorsorglich gesperrt. Beim letzten Wurf Veras schien zunächst alles wie am Schnürchen zu laufen. Die Bärenmutter, damals Erstgebärende, sorgte sich um ihren Nachwuchs - bis Neugierige das Plateau vor dem Bau bevölkerten.

Vera wurde hektisch. Trug ihre Tochter im Gehege auf und ab. Und Nürnbergs Zoochef Dag Encke musste entscheiden, der nervös gewordenen Mutter ihr Kind wegzunehmen. Er hätte heulen können, sagte Encke an dem Tag.

Droht also eine neue Flockemanie? So absurd es klingen mag: Da Vera diesmal abgeschottet ist - und als Zweitgebärende bereits Erfahrungen gesammelt hat -, stehen die Chancen auf einen vergleichbaren Hype diesmal schlecht. Denn Flocke wurde nur deswegen so berühmt, weil die Bärin wie der Berliner Knut mit der Flasche - von Menschenhand also - aufgezogen wurde. Im Stuttgarter Zoo wurde zeitgleich ein Eisbär von seiner Mutter großgezogen. Er heißt Wilbär - und ist nicht annähernd so bekannt wie Flocke.

Eisbärin Flocke wird zwei Jahre alt

Happy Birthday, Flocke