Eine Bürgerinitiative in Neumarkt-Sankt Veit hatte diese Woche Grund zum Feiern: Nachdem sie sechs Jahre für ein Tempolimit vor ihrer Grundschule gekämpft hatte, wurden nun entlang der Durchgangsstraße die neuen Verkehrszeichen montiert. Die Schilder sind klappbar. Während der Schulferien bleiben sie geschlossen. Die Autos dürfen dann schneller durch den Ort fahren. Wenn an diesem Dienstag aber die Schüler nach den Sommerferien zurück in die Schule strömen, werden sie offen sein. Auf einem Streckenabschnitt von 300 Metern gilt dann zwischen sieben Uhr und 14 Uhr ein gemächliches Tempo.
Der Weg dorthin war lang. Das Landratsamt Mühldorf hatte den Wunsch der Bürger jahrelang mit dem Hinweis abgelehnt, dass kein Haupt-, sondern nur ein Nebeneingang der Schule auf die Staatsstraße führe. Dieser allerdings wird nach Angaben der Bürger täglich von mehr als 80 Schülern genutzt. Die Bürger reichten schließlich eine Petition im Landtag ein, der Verkehrsausschuss nahm sich ihres Anliegens in zwei Sitzungen und bei zwei Ortsterminen an und vermittelte zwischen den Parteien.
Den Durchbruch für Neumarkt-St. Veit brachte aus Sicht des Landratsamts am Ende aber eine Änderung der Straßenverkehrsordnung, die der Bundestag im Juni beschloss. Kommunen können Tempo-30-Strecken entlang stark frequentierter Schulwege, Spielplätze, Fußgängerüberwege und Zebrastreifen damit leichter einrichten. Auch viele andere Kommunen in Bayern, in denen sich Bürger wünschen, dass die vorbeirauschenden Spediteure und Pendler öfter mal auf die Bremse treten, dürften von dieser Regel noch profitieren.

