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Temperaturen:Heiß, trocken, sonnig

Das Wetter zwischen April und November liefert Rekorde

Von Christian Sebald

Die Monate von Anfang April bis Ende November 2018 waren in Bayern die heißesten, trockensten und sonnigsten seit 138 Jahren. Mit 3,2 Grad Lufttemperatur über dem langjährigen Schnitt, 37 Prozent weniger Niederschlag und 34 Prozent mehr Sonnenschein stehen sie mit Abstand auf Platz eins im Ranking. Das haben die Statistiker im Agrarministerium errechnet. "Die Zeit von April bis November gibt einen plastischen Eindruck, was mit dem Klimawandel alles auf uns zukommen kann", sagt ein Sprecher.

Ausflügler, Wanderer und andere Sonnenfans haben sich sehr über die viele Sonne und die Hitze gefreut. Und die Freibäder meldeten Rekorde. Die Bauern freilich hatten allerlei Probleme, auch wenn ihre Kollegen in Ostdeutschland noch schlimmer dran waren. Aber auch hier müssen die Bauern mit Einbußen leben: Beim Getreide sind es gut zehn Prozent minus, bei Kartoffeln 20 bis 30 Prozent, bei Zuckerrüben gibt es regionale Schwankungen. Dafür ist die Qualität der Rüben sehr gut. So wie die Qualität im Weinbau. Es war eine schlimme Schufterei in den Weinbergen bei bis zu 39 Grad, aber nun rechnen die Winzer in Franken mit Spitzenweinen. Alles wegen der Hitze und der vielen Sonne.

Waldbesitzer und Förster wiederum befürchten 2019 eine gigantische Borkenkäfer-Plage in den Fichtenwäldern. Die Schädlinge haben sich 2018 massenhaft vermehrt. Ebenso der Schwammspinner, der die Eichen bedroht. Und dann ist da die Sorge um das Grundwasser. Frühjahr, Sommer und Herbst waren so trocken, dass die meisten Messstellen niedrige oder sehr niedrige Stände anzeigen. Schon im Herbst hat Claus Kumutat, Chef des Landesamts für Umwelt, gesagt: "Wir bräuchten jetzt mehrere nasse Jahre mit viel Landregen." Aber den mögen die Ausflügler, Wanderer und anderen Sonnenfans halt gar nicht.

© SZ vom 31.12.2018

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