Am Hitze-Wochenende in BayernVier Männer sterben bei Badeunfällen

Lesezeit: 2 Min.

Eine Notrufsäule der DLRG steht an einem Badesee.
Eine Notrufsäule der DLRG steht an einem Badesee.
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Für einen 22 Jahre alten Nichtschwimmer endet ein Ausflug mit Kollegen an den Tegernsee tödlich. Es ist nicht das einzige Badeunglück am Wochenende in Bayern.

SZ bei Google bevorzugen

Bei einem Badeausflug mit Kollegen ist ein 22-Jähriger im Tegernsee in Oberbayern gestorben. Der junge Mann habe nach Angaben seiner Begleiter nicht schwimmen können, teilte die Polizei mit. Deshalb habe er sich eigentlich nur im flachen Wasser am Ufer aufgehalten. Dort hätten ihn seine Kollegen aber für eine Weile aus den Augen verloren.

Zwei Schwimmer hätten schließlich in der Nähe eines Anlegestegs einen Schwimmer in Not gemeldet, teilten die Beamten mit. Wasserretter hätten sofort nach dem Mann gesucht, ihn etwa eine halbe Stunde nach der Alarmierung entdeckt und geborgen. Versuche, ihn zu reanimieren, seien aber ohne Erfolg geblieben.
Hinweise darauf, dass andere Menschen Schuld an seinem Tod tragen könnten, gebe es bisher nicht, teilte die Polizei mit. „Es muss von einem tragischen Badeunfall ausgegangen werden.“ Die Kriminalpolizei ermittelte zur genauen Ursache.

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Und auch in einem Badesee in der Nähe von Augsburg ist ein Schwimmanfänger ertrunken. Der 20-Jährige sei zunächst mit einem Freund im Weitmannsee in Kissing (Landkreis Aichach-Friedberg) baden gegangen, teilte die Polizei mit. Nachdem er mit seinem Begleiter das Wasser verlassen hatte, sei er aber allein wieder ins Wasser zurück – und untergegangen.

Rettungskräfte der DLRG hätten den Mann sofort mit einem Boot gesucht. Rettungsschwimmer hätten den jungen Mann geborgen. Er sei auch noch in ein Krankenhaus gebracht worden, dort aber gestorben. Die Kripo ermittelte zur genauen Todesursache.

Im Guggenberger See (Landkreis Regensburg) geht ein 29-Jähriger nach einem Sturz von einem Stand-up-Paddling-Board unter. Rettungskräfte der Wasserwacht und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) suchten den Mann stundenlang mit Tauchern, Booten und Sonargeräten – zunächst erfolglos. Erst zwei Tage später wird der Mann tot aus dem Wasser geborgen.

Der 29-Jährige war mit einem weiteren, 30 Jahre alten Mann beim Stand-up-Paddling am See. Die beiden verloren den Angaben zufolge das Gleichgewicht und stürzten vom Board ins Wasser. Der 30-Jährige sei sofort wieder aufgetaucht, der 29-Jährige nicht.

Freizeit in Bayern
:Wie man sich beim Baden im See und Fluss richtig verhält

Die Wasserwacht rät, mit Bedacht in Seen und Flüsse zu springen – gerade bei großer Hitze. Was sonst noch wichtig ist.

Von Franziska Jahn

Auch ein 35-Jähriger ging laut den Angaben der Polizei beim Baden im Guggenberger See unter. Er wurde demnach bewusstlos aus dem Wasser geborgen und konnte reanimiert werden. Dann sei er ins Krankenhaus gebracht worden.

Ein weiteres Mal rückten Einsatzkräfte der DLRG am Sonntag den Angaben der Polizei zufolge aus, um einen 24-Jährigen aus dem Wasser zu bergen. Er konnte sich demnach nicht mehr eigenständig aus dem Wasser begeben, weil ihm beim Schwimmen die Kraft ausging. Der Mann habe sich an einer Boje festhalten und von dort aus auf sich aufmerksam machen können.

Im niederbayerischen Hohenthann starb ein 20-Jähriger, nachdem er laut Polizei mit einer Gruppe junger Männer nachts über einen Zaun in ein Freibad geklettert war. Vermutlich beim Sprung in das Becken habe sich der 20-Jährige schwer verletzt, hieß es. Der Mann sei nach notärztlicher Versorgung in eine Klinik gebracht worden, wo er einige Stunden später starb.

Es sei von einem tragischen Unglücksfall auszugehen, teilte die Polizei mit. Alkoholeinfluss könnte bei der Aktion „möglicherweise auch eine Rolle“ gespielt haben, sagte ein Polizeisprecher. Nähere Angaben dazu machte er nicht.

Der Chef des bayerischen Landesverbands der Schwimmmeister, Ralf Großmann, warnte angesichts des Falls vor solchen nächtlichen Ausflügen: „Müdigkeit, Alkohol, Gruppendynamik oder Selbstüberschätzung können dazu führen, dass gefährliche Entscheidungen getroffen werden.“ Ein nächtlicher Ausflug ins Freibad möge harmlos oder aufregend erscheinen, sagte Großmann. „Im Ernstfall ist jedoch niemand vor Ort, der sofort helfen kann. Dieses Risiko sollte niemand eingehen.“

Nach Angaben der DLRG waren schon im vergangenen Sommer deutlich mehr Männer als Frauen unter den Badetoten in Bayern. „Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weitverbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle“, erläuterte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Ältere überschätzten oft ihren Fitness- und Gesundheitszustand.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Hitzewelle
:„Die Bayern vertragen die Hitze schlechter als die Spanier“

Hitzeforscherin Veronika Huber erklärt, warum wir unserem Körper helfen, wenn wir uns in den Schatten stellen - und was wir von den Spaniern lernen können.

SZ PlusInterview von Nina von Hardenberg

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: