Dürers Kunst auf der Haut:Dürer gestochen scharf

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Dürers 1515 entworfener Holzschnitt mit dem "Rhinocerus" diente Tattoo-Künstler LeonKa als Vorbild: Er stach das Motiv 2022 in Valencia auf den Oberarm von Alejandro M. Sanz Guillén. (Foto: Tattoo & Foto LeonKa)

Das gepanzerte „Rhinocerus", der Hase oder die betenden Hände als Kunst auf der Haut. Wie der Nürnberger Meister auch fast 500 Jahre nach seinem Tod die internationale Tattoo-Szene inspiriert, zeigt eine faszinierende Sonderausstellung im Albrecht-Dürer-Haus.

Von Sabine Reithmaier, Nürnberg

„Ich will hier ein kleines Feuer entzünden. Wenn Ihr alle mit Eurer Kunstfertigkeit dazu beitragt, dann kann mit der Zeit ein Feuer daraus geschürt werden, das durch die ganze Welt leuchtet.“ Albrecht Dürer dachte zwar, ganz im Gegensatz zu den Museumsleitern der Jetzt-Zeit, noch nicht über partizipative Projekte nach. Doch die hoffnungsvolle Anmerkung, festgehalten in einem Entwurf zu seinem Lehrbuch der Malerei, eignet sich fabelhaft als Motto der aktuellen Sonderausstellung im Albrecht-Dürer-Haus Nürnberg. Die internationale Tattoo-Art, gestochen nach Motiven des berühmten Hausherrn, belegt beeindruckend vielfältig, wie aktuell Dürer fast 500 Jahre nach seinem Tod noch ist und wie sehr er die Tattoo-Szene inspiriert. Olesia Kovalchuk, Tattoo-Künstlerin aus Los Angeles, geht sogar noch einen Schritt weiter: „Dank der Tätowierung ist Albrecht Dürer in der modernen Welt wieder auferstanden“, schreibt sie in einem Statement.

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