Tatsachen über Bayern:Yes, mia kenna!

"Die Bayern sind verschlagen, maulfaul, träge - und halten das auch noch für tolerant": Was steckt hinter den populären Klischees über das eigenwillige Volk im Süden? Eine Zusammenstellung in Bildern.

Kathrin Haimerl

17 Bilder

Stammtisch Hofbräuhaus

Quelle: AP

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Die Bayern sind verschlagen, maulfaul, träge - und halten das auch noch für tolerant: Wir haben Nicht-Bayern zu gängigen Klischees über die Bürger im Freistaat befragt, diese gesammelt und nachgehakt. Was steckt wirklich dahinter? Eine Zusammenstellung in Bildern. Ihr Klischee über das freundliche Volk im Süden ist nicht darunter? Schreiben Sie uns. Und zwar an online-region@sueddeutsche.de . Wir überprüfen das dann für Sie.

Klischee 1: Bayern sind maulfaul.

Vermutlich würde der Bayer diesen Satz mit einer gewissen Portion Stolz bestätigen und dabei folgende Anekdote erzählen. Fragt ein Tourist aus dem Norden einen Münchner: "Hallo Sie, wissen Sie den Weg zum Hofbräuhaus?" Daraufhin der Münchner: "I scho". Lieber nichts sagen, bevor man recht viel Blödsinn daherredet, das ist die Devise im Freistaat. In diesem Zusammenhang ...

Feldherrnhalle in München, 2005

Quelle: Catherina Hess

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Tatsachen über Bayern:Klischee 1: Bayern sind maulfaul.

... wird auch gerne auf die steinernen Löwenstatuen vor der Feldherrnhalle verwiesen. Der eine davon hat das Maul geschlossen, der andere offen, woraus wiederum die Münchner haarscharf schließen: Letzterer muss aus Preußen kommen. Nun darf man dem Bayern die Maulfaulheit aber nicht als Unhöflichkeit auslegen. Denn der Bayer verschwendet durchaus Worte, wenn ihm etwas unangenehm ist oder wenn er sich vorsichtig an den Gesprächspartner heranpirschen will. Dann gebraucht er gerne folgende Konstruktion:. "Was tätst du denn jetzt sagen, wenn ich dich fragen tät...?" Völlig überflüssig, weil der Redner in diesem Moment genau die Frage ausspricht, die er gerne stellen würde, sich aber nicht ganz so direkt zu fragen traut. Der Bayer ist also situationsabhängig maulfaul. Und stolz darauf.

FEU Perchting Theater

Quelle: Georgine Treybal

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Tatsachen über Bayern:Klischee 2: Bayern sind verschlagen

Es gibt in Bayern ein wunderbares Wort: hinterfotzig. Eine "Fotzn" ist das bayerische Pendant für Ohrfeige, beziehungsweise ein nicht ganz so freundlicher Ausdruck für das Gesicht, wobei man den Ursprung des Wortes der Bayerischen Wörterbuch-Bibel von Andreas Schmeller zufolge durchaus in der vulgären Bedeutung suchen darf. Nichts indes beschreibt diese Eigenschaft des Bayern besser als das Theaterstück "Der Brandner Kaspar und das ewige Lebn" in altbairischer Mundart (hier im Bild eine Szene aus einer Aufführung der Theatergruppe in Perchting bei Starnberg). Darin macht der Brandner Kaspar den Boandlkramer, den Tod also, mit Kerschgeist betrunken und luchst ihm beim Kartenspiel ein paar zusätzliche Lebensjahre ab.

Vor 20 Jahren starb Franz Josef Strauß

Quelle: dpa

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Tatsachen über Bayern:Klischee 2: Bayern sind verschlagen

Zudem gibt es in Bayern den Ausspruch "A Hund is er fei scho". Zwar steckt hinter dem als "Hund" Titulierten meist ein Bazi, einer also, der es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt. Doch darf sich der so Bezeichnete durchaus geehrt fühlen, denn bei dem Ausspruch schwingt immer auch eine gewisse Bewunderung mit. Prominentes Vorbild in dieser Hinsicht ist Franz Josef Strauß, der wie kein anderer bayerischer Ministerpräsident den männlichen Prototyp des Urbayern verkörperte. Der CSU und vielen Bayern gilt er nach wie vor als Säulenheiliger. Dabei war Strauß in seiner politischen Karriere in mehr Skandale und Affären verwickelt als jeder andere deutsche Nachkriegspolitiker. Nicht umsonst firmierte Strauß in der ehemaligen DDR unter dem Spitznamen Gröbaz  - Größter Bazi aller Zeiten. Seinem Ansehen bei seinen Bewunderern indes hat das nicht geschadet. Im Gegenteil.

Rauchverbot

Quelle: online.sdemuenchen

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Tatsachen über Bayern:Klischee 3: Bayern sind gemütlich bis träge, was sie fälschlicherweise für Toleranz halten.

Klassischer Widerspruch zwischen dem Selbstbild der Bayern und dem, wie sie von außen gesehen werden. Die Bayern selber bemühen im Zusammenhang mit Toleranz den Begriff der Liberalitas Bavariae, die sie landläufig im Sinne von "Leben und leben lassen" verstehen. Dabei ist der historische Ursprung ein völlig anderer: Erstmals findet sich der Begriff in der Variante "Liberalitas Bavarica" im frühen 18. Jahrhundert über dem Hauptportal des oberbayerischen Klosters Polling. Experten zufolge soll die Liberalitas hier die Freigebigkeit der bayerischen Herrscher ausdrücken, die den Bestand des Klosters sicherten. Erst sehr viel später wurde daraus eine vermeintlich bayerische Ideologie gestrickt, die irgendwo zwischen Gemütlichkeit und Gelassenheit anzusiedeln ist. Seither beschwört der Bayer gerne den Untergang selbiger herauf. Jüngst etwa in der Debatte rund um das Rauchverbot. Dabei steckt im heutigen Verständnis der Liberalitas Bavariae ...

CargoLifter schwebt über Reiterstandbild von Friedrich II. in Berlin

Quelle: DPA

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 ... auch die Haltung "Jeder möge nach seiner Facon selig werden". Dieser Satz wiederum geht auf einen prominenten Vertreter jenes Volks zurück, dem der Bayer in herzlicher Feindschaft verbunden ist: auf einen echten Preußen, und zwar den alten Fritz. Ist der Bayer nun tolerant? Oder ist er schlicht träge? Vermutlich würde der Bayer sagen, für eine gewisse Toleranz braucht es eine gewisse Gelassenheit und diese Eigenschaft ist von der Gemütlichkeit nicht weit entfernt.

Eigene Wurstkreation mit Kaviar entwickelt

Quelle: ddp

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Tatsachen über Bayern:Klischee 4: Für Bayern beginnt jenseits des Weißwurstäquators das Ausland.

Zunächst zur geografischen Verortung: Gemeinhin bezeichnet der Weißwurstäquator eine Art Kulturgrenze, mit der jener, der diese Aussage trifft, Altbayern von dem übrigen Deutschland abgrenzen will. Altbayern wohlgemerkt als Verbreitungsgebiet der Münchner Weißwurst, über deren Reinhaltung die Schutzgemeinschaft Münchner Weißwurst wacht. Sauer aufstoßen dürfte den Altbayern nun die Tatsache, dass ausgerechnet der mehrfach gekrönte Weißwurstkönig gar nicht aus Bayern kommt: Der europäische Weißwurstkönig heißt Eberhard Ermer und produziert im baden-württembergischen Lauffen am Neckar seine preisgekrönten Würste. Immerhin aber ist Ermer Mitglied der Schutzgemeinschaft für die Münchner Weißwurst. Jene wiederum musste 2009 eine empfindliche Niederlage vor dem Bundespatentgericht einstecken. Denn dieses sah die Voraussetzung für die Eintragung einer geschützten geografischen Angabe als nicht erfüllt an. Seither also ist mit dem Weißwurstäquator keine genaue, geografische Grenze mehr verbunden, Weißwürste kommen auch aus Berlin, Leipzig oder Dresden. Berücksichtigt man nun noch, dass auch die Nachbarn die Weißwurst mit ihrer "boudin blanc" für sich beanspruchen, dehnt sich der gleichnamige Äquator auf ein Land aus, das auch Nicht-Bayern als europäisches Ausland bezeichnen würden: Frankreich. Und damit wiederum ist die Aussage: "Alles jenseits des Weißwurstäquators ist Ausland" so falsch nicht.

Neue Bayern-Vertretung in Brüssel eingeweiht

Quelle: dpa/dpaweb

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Tatsachen über Bayern:Klischee 5: Bayern brauchen immer eine Extrawurst.

Wo wir gerade bei Würsten sind: Das mit der Extrawurst ist ein vielzitiertes Bild, das Bayern auch selbst in Büchern über Bayern verwenden. Häufig wird in diesem Zusammenhang die CSU genannt, der regionale Ableger der CDU, der immer wieder darauf pocht, dass der Einfluss der Bayern im Bund nicht geschmälert werden darf. Das ist denn auch der Grund, warum Bayern dem Grundgesetz nie zugestimmt hat: Bei der tumultartigen Sitzung am 19. und 20. Mai 1949 sprach sich die CSU-Mehrheit mit 101 Abgeordneten dagegen aus. Die Begründung: Der Bund bekäme zu viel Macht gegenüber den Ländern. Zwei Drittel der Länder aber stimmten dem Grundgesetz zu und damit gilt es seither auch für Bayern. Was wiederum Deutschlands südlichstes Bundesland nicht daran gehindert hat, in Berlin und in Brüssel eine starke Lobby aufzubauen. Was wurde nicht alles gelästert über Schloss "Neuwahnstein", wie der bayerische Pavillon in Brüssel (im Bild) auch inoffiziell genannt wird. Dennoch: Das Exil-Oktoberfest in Berlin wie in Brüssel ist fast so beliebt wie das Münchner Original. Und vielleicht ist es eben dieser liebenswerte Teil der Folklore, das zudem das Bild der Deutschen im Ausland prägt, dass man den Bayern die eine oder andere Extrawurst lächelnd gönnt.

Schwulenkundgebung in Altoetting

Quelle: ddp

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Tatsachen über Bayern:Klischee 6: In Bayern gehen die Uhren anders.

Dieses Zitat stammt von Willy Brandt, der damit achselzuckend die Zustände der Münchner SPD in den 70er Jahren kommentierte. Seither wird dieses Zitat gerne verwendet, um zum Ausdruck zu bringen, die Bayern seien konservativer als der Rest der Republik. Als Beispiele werden häufig das strenge Ladenschlussgesetz angeführt sowie der bayerische Sonderweg in Zusammenhang mit der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft, die jahrelang nur vor dem Notar geschlossen werden konnte (was allerdings im vergangenen Jahr endete, seither können gleichgeschlechtliche Paare wählen, ob sie sich ihr Ja-Wort vor dem Standesbeamten oder vor dem Notar geben, aber das nur am Rande). Was ist also dran am Bild des konservativen Bayern?

Feuerzangenbowle am Isartor

Quelle: Stephan Rumpf

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Tatsachen über Bayern:Klischee 6: In Bayern gehen die Uhren anders.

Der Politikwissenschaftler Jürgen W. Falter will auf Basis demoskopischen Materials Indizien dafür gefunden haben, dass die in Bayern anzutreffenden politischen Grundeinstellungen Anfang der achtziger Jahre insgesamt deutlich konservativer gewesen sind. Demnach gebe es in Bayern mehr Befürworter materieller Werte als im Bund, in Bayern hätten die Befragten eher für einen starken Staat plädiert und die ideale Partei im politischen Koordinatensystem weiter rechts verortet als die Befragten aus anderen Bundesländern. Damit zusammenhängen dürfte auch, dass die Bayern dem katholischen Glauben treuer anhängen, als dies im Rest der Republik der Fall ist. Dennoch: Es handelt sich im Freistaat um einen menschenfreundlichen Katholizismus, der die Moral und die Sitten so weit hoch hält, dass unten noch genügend Platz für die weltlichen Gelüste bleibt. Abgesehen von diesen demoskopischen Ausschweifungen hat Willy Brandt mit seinem Zitat der Tourismusindustrie eine Geschäftsidee beschert. Beliebtes Mitbringsel für Urlauber ist eine Uhr, die rückwärts geht. Ein solches Exemplar findet man auch in München an prominenter Stelle: 2005 wurde am Hauptturm des Isartors (im Bild) eine große Uhr angebracht, auf deren Westseite das Zifferblatt spiegelbildlich ist, die Zeiger also absichtlich entgegengesetzt laufen. Das zeigt: Die Bürger im Freistaat nehmen sich selbst auch nicht so bierernst.

UMZUG OKTOBERFEST TRACHTLER MARSCHIEREN

Quelle: SZ

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Tatsachen über Bayern:Klischee 7: Bayern sind heimatverbundener als der Rest der Republik

Beim Bild des konservativen Bayern ist das Heimatverbundene nicht weit. Auch da ist was dran. Die Autoren einer Studie des Bayerischen Rundfunks ("Ansichtssache Bayern") haben eine kleine Typologie von Bayerns Einwohnern erstellt. Demnach gehören 19 Prozent zu den Urbayern, die Sitten und Gebräuche besonders überzeugt hochhalten und sich zu ihrem Dialekt bekennen. Fast 50 Prozent der Befragten stimmen dem Attribut "heimatverbunden" voll und ganz zu.

125 Jahre Bayerischer Trachtenverband

Quelle: dpa

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Tatsachen über Bayern:Klischee 7: Bayern sind heimatverbundener als der Rest der Republik.

Dass diese Einstellung auch die jüngere Generation teilt, zeigt eine On3-Jugendstudie, wonach es für junge Menschen in Bayern besonders wichtig ist, den Kontakt zur bayerischen Heimat nicht zu verlieren. Neun von zehn der Befragten sind in Bayern geboren oder aufgewachsen und leben nach wie vor in jener Region, die sie von Kindesbeinen an kennen. Nur wenige äußerten in der Studie den Wunsch, ihr Glück im Ausland zu versuchen. Der Schelm, der nun vermutet, dass die Teilnehmer der Umfrage unbewusst auch andere Bundesländer unter den Begriff "Ausland" gesteckt haben, sei verwiesen auf Klischee Nummer 4. Der Frage nämlich, wo genau der Weißwurstäquator verläuft.

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Quelle: dpa

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Tatsachen über Bayern:Klischee 8: Bayern hätten immer noch gerne einen Kini.

Was wäre der Freistaat ohne all die Schlösser des bayerischen Sonnenkönigs. Den Mythos von König Ludwig II. halten die Bayern gerne aufrecht, zumal er ihrer Heimat jedes Jahr eine ganz beträchtliche Zahl von Touristen beschert. Das Klischee der monarchietreuen Bayern indes hat sich unter der langjährigen Regentschaft Franz Josef Strauß' von 1961 bis 1988 verfestigt, wobei Gerhard Polt die politischen Verhältnisse in Bayern folgendermaßen auf den Punkt gebracht hat: "Wir brauchen keine Opposition, weil wir sind schon Demokraten." Inzwischen allerdings muss man nicht mehr in die Zeit vor 1961 zurückgehen, um den Beweis antreten zu können, dass es in Bayern neben der CSU noch andere Parteien gibt. An dieser Stelle sei zudem darauf hingewiesen, ...

Oktoberfest - Pferderennen

Quelle: Sueddeutsche Zeitung Photo

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Tatsachen über Bayern:Klischee 8: Die Bayern hätten immer noch gerne einen Kini.

... dass die Bayern sich sehr viel eher mit einem gewissen Hang zum Anarchischen identifizieren können. Dafür gibt es zahlreiche Anekdoten, zum Beispiel jene des Franz Xaver Krenkl, seines Zeichens mehrfacher Sieger bei den berühmten Oktoberfest-Pferderennen. Er wagte es, mit seiner Kutsche die des Kronprinzen und späteren König Ludwig I. zu überholen. Als dieser ihn ermahnte, das Vorfahren sei verboten, soll Krenkl Ausspruch geprägt haben: "Wer ko, der ko!" - eine, wenn man so will, bayerische Variante von "Yes, we can!" also. Neben Anarchie neigt der Bayer aber auch zu einer gesunden Portion Pragmatismus. Davon zeugt ein weiterer auch heute noch beliebter Ausruf eines Arbeiters in der unruhigen Zeit im Jahr 1918, der die Revolutionsbestrebungen folgendermaßen kommentierte: "Na mach' ma halt a Revolution, dass endlich wieda a Rua is!"

176. Oktoberfest

Quelle: ddp

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Tatsachen über Bayern:Klischee 9: Bayern reden langsam, was sich auch aufs Denken auswirkt

Geht es nach Professor Werner König, dem wissenschaftlichen Leiter des Sprechenden Sprachatlas von Bayern, dann wird es jetzt ganz kompliziert. Denn der wiederum glaubt, dass es sich hier um eine Mischung aus Selbst- und Fremdbild der Bayern handelt. Also eigentlich um ein Vorurteil, von dem die Bayern glauben, dass andere dies von ihnen denken. "Der Bayer sagt ja selber gerne, dass die 'Preißn' schneller reden", so König. Und weil der Bayer an sich seinem Lieblingsfeind, dem Preußen, gerne Schlechtes unterstellt, macht er nun den Umkehrschluss. Dass also der Preuße denken würde, der Bayer sei langsam. Aber, so einfach ist es nicht, ...

Stefan Mross und Andy Borg

Quelle: dpa

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Tatsachen über Bayern:Klischee 9: Bayern reden langsamer, was sich auch aufs Denken auswirkt

... sagt auch Gerhard Späth, der beim Bayerischen Rundfunk die Sprecherausbildung leitet. Ihm zufolge gibt es in verschiedenen Regionen Deutschlands durchaus verschiedene Sprechgeschwindigkeiten. Allerdings lasse sich dabei kein Nord-Süd-Gefälle ausmachen. "Langsame Friesen sind ebenso keine Seltenheit wie schnelle Bayern", sagt Späth. Im Informationsbereich der Nachrichten sollte grundsätzlich ein eher ruhiges Grundtempo vorherrschen, das sowohl der akustischen als auch der inhaltlichen Verständlichkeit diene. Im Bereich der Nachrichten also gibt es Späth zufolge kein spezifisch "bayerisches Tempo". Sehr wohl aber im Bereich der eher dialektal geprägten Formate, wo man sich mehr der Umgangsspache annähert. "Ein Moderator des 'Heimatspiegels' oder der 'Volksmusik' wird sein Sprechtempo eher zügeln als eine morgentliche Stimmungskanone in Bayern3", sagt Späth.

Model Jansen poses in traditional Dirndl dress made of African cloth in Munich

Quelle: REUTERS

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Tatsachen über Bayern:Klischee 10: Bairisch ist unverständlich, aber erotisch

Tatsächlich gibt es immer wieder repräsentative Umfragen, wonach der mit Abstand erotischste Dialekt das Bairische ist. Zum Beispiel aus dem Jahr 2003 für den Playboy: Da gaben 29 Prozent der Befragten an, die bairische Sprechweise als besonders prickelnd zu empfinden. Danach kam lange nichts. Solche Geschmacksempfindungen sind naturgemäß sehr subjektiv und können sich schnell ändern. So zum Beispiel landete das Bairische in einer Umfrage aus dem Jahr 2008 auf Platz zwei, ganz knapp hinter dem Norddeutschen. Das wiederum ergab eine TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag der Hamburger Partnerbörse Amio. Dem Schelm, der dabei Böses denkt, sei gesagt, dass der Playboy seine Umfrage aus dem Jahr 2003 mit der Suche nach dem Wiesn-Playmate kombinierte. Im Übrigen differiert das Empfinden gegenüber dem eigenen Dialekt auch innerhalb Bayerns gewaltig. Während es sicherlich einige Waidler gibt, die die eigene Sprechweise als das Erotischste überhaupt empfinden, würden sich vermutlich einige Oberbayern ob der manchmal fast bellenden Laute gruselnd abwenden. Objektiv indes lässt sich feststellen: Einige regional verbreitete Ausdrücke sind selbst für Bayern unverständlich und klingen höchstens lustig: Zum Beispiel der Ausdruck "D'Räh bon se" ("Die Rehe baden sich").

Ausgerechnet Ihr Lieblingsklischee der Bayern war nicht darunter? Oder Sie sind als Bayer selbst schon einmal mit möglichen und unmöglichen Vorurteilen konfrontiert worden? Schreiben Sie uns - wir überprüfen das für Sie: online-region@sueddeutsche.de

© sueddeutsche.de/tob
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