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Tarifverhandlungen:Warnstreiks bei der Post

Im Streit um höhere Löhne haben am Freitag an 16 bayerischen Standorten von Post und DHL Warnstreiks stattgefunden. Schwerpunkte lagen in Ostbayern, Schwaben und Unterfranken; betroffen waren unter anderem die Verteilzentren Straubing, Regensburg und Kolbermoor sowie die Zustellstützpunkte in Augsburg, Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt und Erlangen. In diesen Regionen kann sich die Zustellung von Briefen und Paketen um ein bis zwei Werktage verzögern. Zu den Warnstreiks aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi. Vorausgegangen waren zwei erfolglose Verhandlungsrunden über einen neuen Tarifabschluss. Verdi fordert 5,5 Prozent mehr Geld für die bundesweit rund 140 000 Beschäftigten bei der Post. "Die vielen Teilzeitkräfte sind ganz besonders auf eine Lohnerhöhung angewiesen", sagte David Merck, Leiter des Fachbereichs Postdienste bei Verdi Bayern. Es müsse jetzt "endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch". Zuletzt hatte die Arbeitgeberseite 1,5 Prozent angeboten, zu wenig aus Sicht der Gewerkschafter: Die Post profitiere vom Onlinehandel und der deshalb wachsenden Zahl an verschickten Paketen. Kommende Woche soll die dritte Runde der Tarifverhandlungen stattfinden. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, könnten deshalb noch am Samstag weitere Aktionen der Beschäftigten folgen. Auch im übrigen Bundesgebiet kam es am Freitag zu Warnstreiks, etwa in Köln.

© SZ vom 19.09.2020 / maxi

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