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SZ-Kuckuck:Käpt'n Kuck im Liebesrausch

Der SZ-Kuckuck ist im Landkreis Straubing und hat nur eines im Kopf: ein Weibchen finden.

(Foto: LBV)

Käpt'n Kuck ist im Landkreis Straubing unterwegs und will eigentlich nur eines: sich paaren. Als junger Kuckuck ist er noch nicht der Chef in diesem Bereich - aber er wird genug Weibchen zur Fortpflanzung finden.

Der nördliche Landkreis Straubing ist gutes Kuckucksland. Hier gibt es nicht nur die Donau-Auen und weitläufige Ackerfluren mit fetten Raupen, wie Kuckucke sie lieben. Sondern auch Wälder rund um den Bogenberg und den nahen Bayerischen Wald, wohin sich so ein Vogel mal zum Ausruhen zurückziehen kann. Vor allem aber gibt es hier viele paarungswillige Kuckucksweibchen. Das weiß inzwischen auch Käpt'n Kuck.

Kurz nachdem Friederike Herzog den SZ-Kuckuck nahe Regensburg eingefangen und ihm den winzigen Satelliten-Sender auf den Rücken geschnallt hat, mit dem sich sein weiterer Weg nachvollziehen lässt, hat er sich nämlich auf die Suche nach Weibchen gemacht. "Als Zweijähriger ist Käpt'n Kuck gerade geschlechtsreif geworden", sagt Markus Erlwein vom Vogelschutzbund LBV, "der will jetzt nur eins: sich paaren."

Kuckucke sind promisk

Und weil Käpt'n Kuck nahe Regensburg nicht sofort fündig geworden ist, ist er die Donau entlanggeflogen, bis er kurz vor Bogen auf Weibchen getroffen ist. Seither streift er dort umher, wie auf der Karte zu erkennen ist. "Bei Kuckucken ist es so", sagt Erlwein, "die haben keine Reviere, sondern eher Bereiche, und sie sind promisk." In so einem Bereich leben drei, vier oder fünf Männchen und ungefähr genauso viele Weibchen. Kurz nach Ankunft der Kuckucke Ende April beginnt die Paarungszeit. "Als junger Bursche ist Käpt'n Kuck sicher noch nicht der Chef in seinem Bereich", sagt Erlwein. "Aber dort sind genug Weibchen, dass er sich fortpflanzen kann. Käpt'n Kuck ist jetzt im Liebesrausch."

Der Kuckuck macht sich nach der Paarung davon

Der dürfte noch andauern. Die Paarungszeit geht bis Ende Juni, die Weibchen lassen sich von verschiedenen Partnern begatten und legen bis zu 20 Mal jeweils ein Ei in fremde Nester. Bevorzugte Wirtsvögel sind Zaunkönige, Teichrohrsänger, Rotschwänze und Bachstelzen. Sie sind alle sehr viel kleiner als Kuckucke.

Und da ist noch etwas: Jedes Kuckucksweibchen legt seine Eier nur in Nester der Vogelart, von der es einst groß gezogen worden ist, also zum Beispiel immer nur in Zaunkönig-Nester. Käpt'n Kuck ist das egal. Er macht sich nach jeder Paarung gleich wieder davon. Die Ausreißer auf der Karte haben übrigens nichts zu besagen. Sie sind womöglich nur Ungenauigkeiten bei der Übertragung der Daten zum Satelliten und wieder zurück auf die Erde.

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