Öffentlicher NahverkehrIn ganz Bayern soll man sein Ticket bald „swipen“ können

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Mit dem „Swiping“ soll das Tarifsystem in ganz Bayern deutlich einfacher werden.
Mit dem „Swiping“ soll das Tarifsystem in ganz Bayern deutlich einfacher werden.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Vom kommenden Jahr an gibt es Aussicht auf Besserung im bayernweiten Tarifdschungel: Dann soll man überall seine Fahrkarte passgenau mit dem Smartphone lösen können, einfach mit zwei Wischern.

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In Bayerns ÖPNV soll vom kommenden Jahr an schrittweise das sogenannte In-/Out-Ticketsystem eingeführt werden. „Dabei soll sich der Kunde vor Fahrtbeginn einchecken, erhält eine Fahrtberechtigung und checkt sich am Zielort wieder aus. Der Kunde benötigt dafür keine Tarifkenntnisse, der Fahrpreis wird im Nachgang abgerechnet“, heißt es in einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag.

Hinter dem In-/Out-System verbirgt sich eine technische Lösung, bei der die Fahrgäste über ihr Smartphone angeben, wann sie in Bus oder Bahn einsteigen und wann die Fahrt beendet ist. In der Folge errechnet das System den Preis für die Fahrt. Nach Angaben des Ministeriums sollen damit künftig bayernweite Fahrten auch über Verbundgrenzen hinweg möglich werden.

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In einigen Verkehrsverbünden – etwa in München – gibt es das System bereits. Es wird Swiping genannt, was auf Deutsch „Wischen“ bedeutet, da man bei Fahrtantritt beziehungsweise Ende kurz über das Display wischt.

Dagegen verfolgt die Staatsregierung den Angaben des Ministeriums zufolge die Einführung eines landesweit einheitlichen Ticket- und Tarifsystems nicht mehr: „Nach der Ankündigung der Einführung des Deutschlandtickets wurde die Landestarif‑Strategie angepasst und die Einführung des Deutschlandtickets als zentrale Aufgabe des Landestarifs definiert.“

Die Grünen im Landtag bedauern diese Entscheidung: „Es ist schade, dass die Staatsregierung das Bayern-Ticket nicht weiterentwickeln möchte. Sich auf dem Deutschlandticket auszuruhen, reicht nicht. Gerade für Menschen, die nur gelegentlich mit Bus und Bahn fahren, müssen endlich attraktive Angebote geschaffen werden“, sagte Markus Büchler, Fraktionssprecher für Mobilität.

Auch hinsichtlich des Ticketkaufs und der Klarheit der Tarife brauche es ein möglichst einfaches und übersichtliches System, so Büchler. Um mehr Menschen für den ÖPNV gewinnen zu können, müssten auch alle Landesteile einem vollwertigen Verkehrsverbund angehören. Insbesondere in Schwaben und Niederbayern gebe es noch Lücken. „Ohne Verbund ist ein moderner ÖPNV jedoch nicht sinnvoll möglich.“

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