Streit um Hochschul-Präsidenten Uni Eichstätt steht wieder ohne Chef da

Der Streit um den Posten des Hochschulpräsidenten der Katholischen Universität Eichstätt eskaliert: Nun ist auch der kommissarische Vorsitzende der Hochschulleitung zurückgetreten.

Im Streit um den Posten des Hochschulpräsidenten kommt die Katholische Universität Eichstätt (KU) nicht zur Ruhe. Wie Hochschule und Bischöfliches Ordinariat am Samstag mitteilten, wird der bisherige kommissarische Vorsitzende der Hochschulleitung, Professor Stefan Schieren, zum Ende des Monats auf eigenen Wunsch die kommissarische Hochschulleitung niederlegen.

Uni Eichstätt: Der ursprüngliche Kandidat für das Präsidentenamt war am Veto des Vatikans gescheitert.

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Anlass seien unterschiedliche Auffassungen zwischen Schieren und dem Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke über die Gestaltung der Übergangszeit bis zur Wahl eines neuen Präsidenten. Während sich Schieren für die rasche Wahl eines Vizepräsidenten aussprach, wird dies von Hanke abgelehnt, der darin eine "unangemessene Vorgabe" für einen künftigen Hochschul-Präsidenten sieht.

Weigerung des Großkanzlers

Eskaliert war der Streit an der KU Eichstätt, nachdem der zunächst aussichtsreiche Kandidat für das Amt des Präsidenten, der Manager und Theologe Ulrich Hemel, am Veto des Vatikans gescheitert war. Hemel war Ende Januar dieses Jahres vom Hochschulrat mit zwölf gegen vier Stimmen zum Präsidenten gewählt worden. Er konnte sein Amt jedoch nicht antreten, da der Großkanzler der Universität, Eichstätts Bischof Hanke, sich weigerte, ihn zu ernennen. Darauf hatte Schieren am 1. April dieses Jahres kommissarisch die Leitung der Hochschule übernommen.

Der studentische Konvent der KU hatte die Entscheidung über die Ablehnung Hemels in einem offenen Brief als "intransparent und nicht zumutbar" kritisiert. Gleichzeitig forderte das Studierendenparlament die Verantwortungsträger der Universität auf, eigene Fehler anzuerkennen und daraus Konsequenzen zu ziehen.

Anfang der Woche hatte dann der Senatsvorsitzende der Universität, Maximilian Fuchs, seinen Rücktritt erklärt. Der 58-jährige Jura-Professor stand intern in der Kritik, für den Streit um den Hochschulpräsidenten mitverantwortlich zu sein. Fuchs betonte indes, dass sein Rücktritt nichts mit der vorangegangenen Kritik und der gescheiterten Ernennung Hemels zu tun habe.