In der zweiten OsterferienwocheNeue Streikwelle im bayerischen Nahverkehr

Lesezeit: 2 Min.

In Augsburg stehen schon am Dienstag die meisten Busse still.
In Augsburg stehen schon am Dienstag die meisten Busse still. Foto: Stefan Puchner/dpa

In Augsburg fährt schon am Dienstag fast nichts. Im Laufe der Woche sollen Busse und Bahnen vor allem in Nürnberg und Landshut stillstehen. Wer betroffen ist und welche Orte noch folgen könnten.

SZ bei Google bevorzugen

Im öffentlichen Nahverkehr wird wieder gestreikt – zum wiederholten Mal seit Anfang Februar. Nach Augsburg am Dienstag sollen am Mittwoch Nürnberg und Landshut folgen. „Der öffentliche Personennahverkehr steht still“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Meier zum 24-stündigen Ausstand. Private Busunternehmen und Regionalbahnen wie die S-Bahnen sind davon nicht betroffen. Auch Münchner Fahrgäste kommen glimpflich davon.

In Nürnberg sollen U-Bahnen und Straßenbahnen am Mittwochmorgen von 5 Uhr an stillstehen – bis zum Betriebsende in der Nacht zum Donnerstag. Und das, obwohl dort seit Samstag das Volksfest läuft. Die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) will aber einen Streikfahrplan mit Bussen auf den Routen der Nachtlinien anbieten.

Das Volksfest am Dutzendteich ist trotzdem erreichbar – mit der S-Bahn. Zudem will die VAG einen Shuttle-Bus im 15-Minuten-Takt einrichten. Wer will, kann ein Angebot des Schaustellerverbands nutzen und auf den „Büssing Präfekt“ umsteigen. Vom Hauptbahnhof bringt der rot-weiße Oldtimer Reisende zum Volksfestplatz und zurück, Nostalgiegefühl inklusive. Fünf Fahrten stehen jeweils von 16 Uhr an auf dem Fahrplan.

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

In Landshut ist ebenfalls am Mittwoch das Liniennetz der Stadtwerke betroffen. Es sei davon auszugehen, dass keine Busse im Einsatz sein werden, hieß es.

Vielen Fahrgästen in München bleibt derzeit wegen Bauarbeiten an der S-Bahn-Stammstrecke nur der Umstieg auf Bus, Tram und U-Bahn. Das soll trotz Streiks auch am Mittwoch möglich sein. Anders als bei früheren Arbeitsniederlegungen will Verdi den öffentlichen Nahverkehr in der Landeshauptstadt dieses Mal nämlich nicht lahmlegen. Der Grund: die zahlreichen Einschränkungen an der Stammstrecke bis zum 13. April. Viele S-Bahnlinien enden vorzeitig, sodass die Innenstadt ohne Bus, Tram und U-Bahn für viele nicht erreichbar wäre.

Der Verdi-Landesbezirk Bayern will den Druck vor der fünften Tarifrunde am 15. April erhöhen. Maßstab sind Tarifeinigungen in anderen Bundesländern. Dort seien deutliche Entlastungen für Beschäftigte vereinbart worden wie maximale Schichtlängen und minimale Ruhezeiten. „Was in anderen Bundesländern machbar ist, muss auch in Bayern umsetzbar sein. Die Gesundheit der Beschäftigten ist kein Nice-to-have, sondern elementar für die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV“, sagte Branchenkoordinatorin Katharina Wagner.

Bei den Konfliktparteien gibt es bislang nur eine leichte Annäherung

Gegen Ende der Woche sind bis zum 15. April weitere Streikaufrufe in kleineren Städten möglich. Diese Aktionen würden aber rechtzeitig angekündigt, sodass sich Fahrgäste darauf einstellen könnten, sagte der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, Sinan Öztürk.

Die Gewerkschaft fordert für die etwa 9000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen. Die Arbeitgeber hatten nach der jüngsten Verhandlungsrunde mitgeteilt, sie hätten ein verbessertes Angebot vorgelegt. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten habe man mehr als sechs Prozent Entgeltsteigerung geboten, bei 48 Monaten Laufzeit rund neun Prozent und die Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde.

Die Gewerkschaft betonte, sie sei den Arbeitgebern deutlich entgegengekommen. Man fordere nun eine Entgelterhöhung von 550 Euro in zwei Stufen bei 24 Monaten Laufzeit. Die ursprüngliche Forderung hatte bei rund 670 Euro bei einem Jahr Laufzeit gelegen. Zudem will Verdi eine Reduzierung der Arbeitszeit. In anderen Bundesländern seien Tarifabschlüsse erzielt worden, die maximale Schichtlängen und bessere Mindestruhezeiten beinhalten.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Reden wir über Bayern mit Peter Worm
:„Es war nie so stark verletzend, wie es jetzt momentan ist“

17 Jahre war Peter Worm Direktor des bayerischen Landtags, nun geht er in den Ruhestand. Was hat sich verändert, seit die AfD eingezogen ist und wie ist es, immer ein neutrales Gesicht machen zu müssen? Ein Gespräch zum Abschied.

SZ PlusInterview von Katja Auer

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: